Aktien Schweiz: US-Bank mit seltener Verkaufsempfehlung | cash
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HomeNewsTop NewsInsiderAktien Schweiz: US-Bank mit seltener VerkaufsempfehlungBörsenwoche im SchnelldurchlaufUS-Bank mit seltener Verkaufsempfehlung für den Schweizer AktienmarktIn den letzten 48 Stunden haben Analysten der UBS gleich bei mehreren Aktien grundlegende Kurszielanpassungen vorgenommen. Damit sorgt die Grossbank bei den betroffenen Titeln für grössere Kursverwerfungen. 19. 06. 2026 10:30Voncash InsiderDisplay mit BörsenkursenQuelle: PixabayDer cash Insider berichtet auch imInsider Briefingjeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter@cashInsiderauch auf X/Twitter aktiv. +++Die gute Nachricht zuerst: Der Schweizer Aktienmarkt konnte diese Woche nahtlos an die Rekorde vom vergangenen Freitag anknüpfen. Zeitweise stiess der breit gefassteSwiss Performance Index(SPI) auf über 19'550 Punkte vor. Die schlechte Nachricht jedoch: Ohne die drei «Bremsklötze»Nestlé,RocheundNovartishätte vermutlich noch mehr drin gelegen. Diese Kursflaute bei den hiesigen Schwergewichten dürfte einem Strategiepapier derCitigroupgeschuldet sein. Darin sehen die Autoren denStoxx Europe 600 Indexbis Mitte 2027 zwar auf 700 Punkte klettern. Das breit gefasste Börsenbarometer widerspiegelt die Aktienkursentwicklung der 600 grössten europäischen Publikumsgesellschaften – darunter auch zahlreiche aus der Schweiz. Von der Indexprognose der amerikanischen Grossbank lässt sich aus heutiger Sicht ein Aufwärtspotenzial von knapp zehn Prozent ableiten. Die zu erwartenden Dividendenabgänge aufgerechnet, sind es sogar deren 13 Prozent. Allerdings stufen die Strategen den Schweizer Aktienmarkt von «Neutral» auf «Underweight» herunter, was einer Verkaufsempfehlung schon sehr nahekommt. Es macht ganz den Anschein, als wären wir mal wieder an einem Punkt angelangt, an dem unser Heimmarkt in amerikanischen Bankenkreisen aufgrund seiner defensiven Eigenschaften als träge, langweilig und deshalb als uninteressant gilt. Endlich befindet sich auch derSPIin Rekordlaune (Quelle:www. cash. ch)Ähnliche Phasen gab es in der Vergangenheit des Öfteren. Auf lange Sicht benötigt der Schweizer Aktienmarkt in Sachen Kursbilanz den Vergleich mit der Leitbörse in New York dennoch nicht zu scheuen – dem starkenFrankensei Dank. Dass die Strategen derCitigroupneuerdings auch den Deutschen Aktienmarkt mit «Underweight» einstufen, spendet aus Schweizer Sicht kaum Trost. Nicht immer ist geteiltes Leid auch halbes Leid. . . Kommen wir an dieser Stelle auf dieSwiss Marketplace Groupzu sprechen. Am Dienstag fielen die Aktien der ImmoScout24-Mutter vorübergehend auf 24 Franken und damit auf den tiefsten Stand seit dem Börsendebüt im September. Dass mitJ. P. Morganausgerechnet eine der Hauptverantwortlichen der Publikumsöffnung die Kurslawine lostrat, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Der für die amerikanische Investmentbank tätige AnalystMarcus Diebelsenkte das Anlageurteil von «Overweight» auf «Neutral» und setzte sowohl bei seinen Gewinnschätzungen als auch beim Kursziel den dicken Rotstift an. Lag das Kursziel mit 46 Franken bisher auf dem seinerzeitigen Ausgabepreis vom September vergangenen Jahres, lautet es neuerdings gerade noch 28 Franken. Was für eine Schmach für all diejenigen Anlegerinnen und Anleger, welche damals Aktien aus der Emission zeichneten. Der Analyst sieht zwar auch weiterhin Raum für steigende Gebühreneinnahmen sowie ein nicht unbeträchtliches Einsparpotenzial auf der Kostenseite. Neuerdings rechnet er bezüglich Technologie, Personal und Marketing jedoch mit einem höheren Investitionsbedarf. Von den drei Hauptverantwortlichen des Börsengangs preist somit nur noch dieUBSdie Aktien derSwiss Marketplace Groupzum Kauf an. Veranschlagte die Grossbank kurz nach der Erstabdeckung von Ende Oktober ursprünglich ein Zwölf-Monats-Kursziel von 57,50 Franken, lautet dieses seit Mitte März noch 51,90 Franken. Nach der Kurszäsur der letzten Wochen und Monate wird zwangsläufig auch UBS-AnalystJoseph Barnet-Lambbei seinen Annahmen und Prognosen über die Bücher gehen müssen. Lachende Dritte ist die Mobiliar. Die Berner Versicherungsgruppe nutzte den Börsengang zum Ausstieg und entledigte sich sämtlicher Aktien. . . Seit Mittwoch ist bekannt, dass sichCicor Technologieseiner Rosskur unterzieht. Das Werk in Tunesien mit seinen 90 Mitarbeitenden wird für 1,3 Millionen Euro verkauft. Darüber hinaus sollen weitere 130 Stellen gestrichen werden. Das Elektronikunternehmen erhofft sich in diesem Zusammenhang jährliche Einsparungen von mehr als 10 Millionen Franken. Bei dieser Gelegenheit bestätigt es die diesjährigen Finanzziele. Angestrebt wird ein operativer Jahresgewinn (EBITDA) von 70 bis 80 Millionen Franken bei einem Umsatz zwischen 700 und 750 Millionen Franken. Für die erste Jahreshälfte geht man neuerdings nur von einer operativen Gewinnmarge im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich aus. Die Aktien vonCicorTechnologies haben seit gut einer Woche einen eher schweren Stand (Quelle:www. cash. ch)Die Analysten halten den Aktien denn auch die Treue. Bernd Lauxvon derZürcher Kantonalbankringt den angekündigten Massnahmen sogar positive Aspekte ab und fühlt sich in seinem «Übergewichten» lautenden Anlageurteil bestärkt. Auch sein Berufskollege Alexander Zienkowicz von MWB Research bestätigt trotz tieferer Gewinnerwartungen sowohl seine Kaufempfehlung als auch das Kursziel von 180 Franken. An dieser Stelle sei beiläufig erwähnt, dass sein Arbeitgeber vonCicormit der Mitverfolgung der Aktien beauftragt und hierfür finanziell auch entschädigt wird. Wenn ein gefeiertes Wachstumsunternehmen mit randvollen Auftragsbüchern – und dazu zählt der Zulieferer für die Rüstungsindustrie zweifelsohne – mehrere hundert Stellen abbaut und sich von einer Produktionsstätte trennt, werde ich stutzig. UBS-AnalystMarti Queral Ferrehatte übrigens schon vor einer Woche vor einer möglicherweise enttäuschenden ersten Jahreshälfte gewarnt, seine Gewinnschätzungen und das Zwölf-Monats-Kursziel von 172 Franken jedoch beibehalten. Auch er stuft die Valoren wie bis anhin mit «Buy» ein. Ich begegnete dem Höhenflug der Aktien Ende Oktober bei Kursen um die 220 Franken mit folgenden Worten:Und wenn wir schon beim ThemaUBSsind: Da passt der LondonerJefferies-AnalystJoseph Dickersonsein rekordhohes Kursziel von 55 Franken in Erwartung eines erfreulich starken zweiten Quartals mal eben schnell um weitere 5 Franken nach oben an und lässt die Aktien der grössten Schweizer Bank bei etwas mehr als 41 Franken auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise steigen. Dass Dickerson mit Blick auf die Quartalsberichterstattung gerade im amerikanischen Vermögensverwaltungsgeschäft mit einer dicken Überraschung rechnet, überrascht vermutlich nicht nur mich. Denn dort hatte die Grossbank in der Vergangenheit bekanntlich mit Vermögensabflüssen zu kämpfen. Vorsichtigere Worte findet am Freitag der für die Finanzwertespezialisten vonKeefe Bruyette & Woodstätige AnalystThomas Hallett. Er erhöht sein Kursziel zwar leicht auf 38 (zuvor 36) Franken, straft die Aktien gleichzeitig aber von «Market Perform» auf «Underperform» ab. Seines Erachtens sind die Valoren der grössten Schweizer Bank zuletzt übers Ziel hinausgeschossen. Ausserdem warnt er vor Margendruck in der Vermögensverwaltung. Der Analyst geht deshalb auch bei den Aktien des UBS-RivalenJulius Bärvon «Market Perform» auf «Underperform» und trimmt das Kursziel auf 70 (zuvor 74) Franken. Regelmässige Leserinnen und Leser wissen, dass ich viel von den Aktien derUBShalte und in der Credit-Suisse-Rettung einen regelrechten Quantensprung für die Grossbank sehe. Doch genauso wie die Valoren damals bei Kursen von 18 Franken und weniger sträflich unterbewertet waren, scheinen sie mir jüngst etwas gar übers Ziel hinausgeschossen zu sein. Folglich bin ich zumindest momentan eher im «Team Keefe Bruyette & Woods» als im «Team Jefferies» anzutreffen. Vielleicht bekennen kommende Wochen ja weitere Bankenanalysten Farbe. Falls ja, dann mehr dazu am nächsten Freitag, wenn es wieder heisst: Die Börsenwoche im Schnelldurchlauf. Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. 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