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Bekommen Frauen bei der Bank die teureren Finanzprodukte empfohlen?

StartseiteWirtschaftStand:03. 08. 2026, 15:56 UhrKommentareUns auf Google folgenWas aktuelle Studien über Geschlechterstereotype, Verkaufsanreize und unterschiedliche Empfehlungen in der Finanzberatung zeigen. . . .

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Bekommen Frauen bei der Bank die teureren Finanzprodukte empfohlen?

StartseiteWirtschaftStand:03. 08. 2026, 15:56 UhrKommentareUns auf Google folgenWas aktuelle Studien über Geschlechterstereotype, Verkaufsanreize und unterschiedliche Empfehlungen in der Finanzberatung zeigen. Die Antwort ist unbequem. Es gibt eine Frage, die sich viele Frauen nach einem Bankgespräch nicht stellen. Nicht weil sie unwichtig wäre. Sondern weil die Antwort so unangenehm ist, dass es einfacher erscheint, sie nicht zu stellen. War das wirklich die beste Empfehlung für mich? Oder war es die beste Empfehlung für die Bank?Content-PartnerschaftIm kostenlosen Webinarerfahren Bankkundinnen in 75 Minuten, wie sie Anlageempfehlungen selbst überprüfen können. Sie lernen, Kosten, Risiko und Strategie eines Produkts einzuordnen und herauszufinden, ob ein bestehender Vertrag wirklich zu ihren eigenen Zielen passt. Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mitFortunalistaentstanden. Die Plattform für Finanzbildung unterstützt Frauen dabei, Bankempfehlungen kritisch zu prüfen und finanzielle Entscheidungen auf Basis von Wissen zu treffen. Jetzt kostenlos zum Webinar anmeldenWas aktuelle Forschung dazu zeigt, sollte jede Frau kennen, die jemals eine Bankberatung in Anspruch genommen hat oder in Anspruch nehmen wird. „Die Daten zeigen, dass Frauen in der Finanzberatung systematisch anders behandelt werden als Männer“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Nicht immer aus böser Absicht. Aber mit realen Konsequenzen für das Vermögen. “Bekommen Frauen bei der Bank die teureren Finanzprodukte empfohlen? © IMAGO / ZoonarWas die Forschung zeigtDrei unabhängige Studien aus drei verschiedenen Ländern kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Was dabei untersucht wurde, sind keine Meinungen. Es sind Daten aus realen Beratungsgesprächen. Studie 1: American Economic Review, 2025. Forscherinnen und Forscher analysierten rund 27. 000 reale Beratungsgespräche bei einer großen deutschen Bank. Was dabei herauskam, ist eindeutig. Frauen erhielten häufiger Empfehlungen, die stärker den Interessen der Bank dienten als den Interessen der Kundin. Männer bekamen häufiger Rabatte auf Verkaufsgebühren. Männer bekamen seltener teure hauseigene Mischfonds empfohlen. Was das in Zahlen bedeutet: Die empfohlenen Produkte für Frauen hatten im Schnitt höhere laufende Kosten als die für Männer. Was über zwanzig oder dreißig Jahre an Rendite verloren geht, ist erheblich. Studie 2: Journal of Finance, 2024. Für diese Studie besuchten geschulte Testkundinnen und Testkunden alle 65 lokalen Finanzberatungsunternehmen in Hongkong. Beide Gruppen hatten identische finanzielle Profile. Was sich unterschied: das Geschlecht. Was Frauen empfohlen wurde: häufiger einzelne Wertpapiere statt diversifizierte Portfolios. Häufiger heimische Anlagen statt international gestreute. Was dabei entstand: schlechter diversifizierte Portfolios mit höherem Klumpenrisiko. Was das bedeutet: Frauen bekamen nicht nur teurere Produkte empfohlen. Sie bekamen auch risikoreichere Empfehlungen durch mangelnde Diversifikation. Beides schadet dem Anlageergebnis langfristig. Studie 3: Journal of Corporate Finance, 2021. Diese britische Studie untersuchte einen weiteren Faktor: das Geschlecht der beratenden Person selbst. Was dabei herauskam: Frauen mit männlichen Beratern schätzten ihr eigenes Finanzwissen und ihr Selbstvertrauen geringer ein als Frauen mit weiblichen Beraterinnen. Was dabei passierte: Frauen mit männlichen Beratern investierten elf Prozentpunkte weniger als Frauen mit weiblichen Beraterinnen. Elf Prozentpunkte weniger investiert bedeuten bei einem Portfolio über zwanzig Jahre einen erheblichen Vermögensunterschied. Nicht durch schlechtere Rendite. Durch weniger investiertes Kapital von Anfang an. Warum das passiertWas diese Studien zeigen, ist kein koordiniertes Vorgehen gegen Frauen. Es ist das Ergebnis von zwei Mechanismen, die zusammenwirken. Mechanismus 1: Geschlechterstereotype in der Beratung. Was Beraterinnen und Berater über Frauen annehmen, beeinflusst, was empfohlen wird. Wenn davon ausgegangen wird, dass Frauen risikoaverser sind, weniger Finanzwissen haben und einfachere Produkte bevorzugen, werden entsprechende Produkte empfohlen. Was dabei nicht geschieht: nachfragen, was die individuelle Kundin wirklich will und braucht. Was dabei entsteht, ist eine selbsterfüllende Prophezeiung. Frauen bekommen einfachere, oft teurere Produkte empfohlen. Was Frauen kaufen, sind diese Produkte. Was Beraterinnen und Berater daraus schließen: Frauen wollen einfache Produkte. Der Kreislauf schließt sich. Mechanismus 2: Verkaufsanreize. Bankberaterinnen und Bankberater haben Provisionsinteressen. Was mehr Provision zahlt, wird öfter empfohlen. Was dabei eine Rolle spielen kann: die Einschätzung, wie kritisch eine Kundin die Empfehlung hinterfragen wird. Was Studien zeigen: Kundinnen, die als weniger informiert oder weniger selbstbewusst wahrgenommen werden, bekommen häufiger teure Produkte empfohlen. Was dabei ausgenutzt wird, ist nicht Geschlecht an sich. Es ist die Informationsasymmetrie zwischen Beraterin oder Berater und Kundin. Was das für Frauen bedeutet: Wer gut informiert in ein Beratungsgespräch geht, wird anders behandelt als wer uninformiert geht. Was Wissen schützt, ist nicht nur das Finanzportfolio. Es ist die Position in der Beratungssituation. Was die Konsequenzen sindWas schlechtere Produktempfehlungen über Jahrzehnte bedeuten, lässt sich konkret berechnen. Ein Beispiel. Frau A bekommt bei der Bank einen aktiv verwalteten Mischfonds mit 2 Prozent TER empfohlen. Frau B, mit identischem Profil und identischem Budget, kauft einen MSCI World ETF mit 0,2 Prozent TER. Beide investieren 50. 000 Euro und zahlen monatlich 200 Euro ein. Beide haben eine Laufzeit von 25 Jahren. Angenommene Bruttorendite: 7 Prozent. Frau A nach 25 Jahren: rund 310. 000 Euro. Frau B nach 25 Jahren: rund 451. 000 Euro. Der Unterschied: 141. 000 Euro. Ausschließlich durch den Gebührenunterschied. Was diese Zahl zeigt: Was in der Beratung empfohlen wird, hat eine direkte und messbare Auswirkung auf das Endvermögen. Wer die falschen Produkte empfohlen bekommt, verliert nicht ein bisschen. Sie verliert erheblich. Was Frauen in der Beratung konkret tun könnenDie Forschungsergebnisse bedeuten nicht, dass jede Bankberatung schlecht ist oder dass jede Beraterin und jeder Berater mit falschen Absichten handelt. Was sie bedeuten: Frauen sollten informiert in Beratungsgespräche gehen. Immer. Vorbereitung ist Schutz. Was vor dem Gespräch bekannt sein sollte: der eigene Anlagehorizont, die eigene Risikobereitschaft, die Grundlagen von ETFs und Fondsgebühren. Was jemand, der diese Grundlagen kennt, im Gespräch merkt: ob eine Empfehlung sinnvoll ist oder nicht. Die richtigen Fragen stellen. Wie hoch ist die TER dieses Produkts? Wie hat es den Vergleichsindex in den letzten zehn Jahren abgeschnitten? Welche Provision erhalten Sie für diese Empfehlung? Was wäre die günstigste Alternative für mein Ziel? Was dabei passiert: Beraterinnen und Berater wissen, dass diese Kundin informiert ist. Was informierte Kundinnen bekommen, ist meistens bessere Beratung. Vergleiche ziehen. Was empfohlen wird, sollte nie sofort unterschrieben werden. Was eine Woche Recherche zeigt, ob ein ETF auf denselben Index 1,8 Prozent weniger jährliche Gebühren hat, ist eine Information, die vor der Entscheidung vorliegen sollte. Eine weibliche Beraterin anfragen. Was die britische Studie zeigt, ist eindeutig: Frauen mit weiblichen Beraterinnen investieren mehr und fühlen sich kompetenter. Was das bedeutet, ist keine Garantie, aber ein relevanter Faktor bei der Wahl der beratenden Person. Was unabhängige Beratung leistetWas Bankberatung strukturell nicht leisten kann, ist vollständige Neutralität. Wer Provision verdient, hat ein Interesse am Verkauf. Was unabhängige Honorarberatung leisten kann: Empfehlungen, die ausschließlich auf dem Interesse der Kundin basieren. Was dabei bezahlt wird, ist ein Stundensatz von meistens 150 bis 200 Euro. Was dabei gespart werden kann, sind je nach Situation zehntausende bis hunderttausende Euro über die Laufzeit. Was die Verbraucherzentralen bieten: eine erste neutrale Einschätzung zu günstigen Konditionen. Was dabei nicht passiert: eine Provision für das empfohlene Produkt. „Informiert zu sein ist der beste Schutz“, betont Margarethe Honisch. „Was eine Frau, die die Grundlagen kennt, in einem Bankgespräch erlebt, ist eine andere Beratung als was eine Frau erlebt, die zum ersten Mal über ihr Geld nachdenkt. Wissen verändert die Dynamik. Immer. “FazitBekommen Frauen bei der Bank die teureren Finanzprodukte empfohlen? Was drei unabhängige Studien aus Deutschland, Hongkong und Großbritannien zeigen, legt nahe: häufiger als Männer, ja. Was das bedeutet, ist keine Einladung zur Resignation. Es ist eine Einladung zur Vorbereitung. Wer informiert geht, wird anders behandelt. Wer die richtigen Fragen stellt, bekommt bessere Antworten. Wer vergleicht, bevor er kauft, trifft bessere Entscheidungen. Das eigene Vermögen ist zu wichtig, um es uninformiert zu verwalten.

Quelle: op-online.de

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