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Brasiliens fossile Wirtschaft: Ölfund im Amazonasbecken

Der Erdölkonzern Petrobra hat neue Erdölvorkommen gefunden. Brasiliens Präsident Lula da Silva feiert den Fund als Garant für mehr Souveränität. Foto: Agencia Petrobas/afp Jetzt ist es offiziell:. . .

Von Christine Wollowski · · 4 min Lesezeit

Brasiliens fossile Wirtschaft: Ölfund im Amazonasbecken

Der Erdölkonzern Petrobra hat neue Erdölvorkommen gefunden. Brasiliens Präsident Lula da Silva feiert den Fund als Garant für mehr Souveränität. Foto: Agencia Petrobas/afpJetzt ist es offiziell: „Wir haben Öl gefunden“, verkündete die Vorsitzende des halbstaatlichen Erdölkonzerns Petrobras, Maria das Graças Forster, am Montag bei einem Treffen mit dembrasilianischen Präsident Lula da Silva. Schon am Freitag waren erste Verdachtsmomente entstanden. Am Montag war der Staatschef selbst in den äußersten Norden Brasiliens nach Amapá gereist, um sich die Sache auf dem Sondenboot NS 42 anzusehen. „Das hier ist unser Pass in die Zukunft“, jubelte der Präsident mit ölverschmierten Händen. Er verglich den Fund mit den riesigen Vorkommen im Présal, die gegen Ende seiner ersten Amtszeit entdeckt wurden. Brasilien könne sogar den USA Erdöl anbieten, falls sie den Hormus-Kanal wieder schließen wollten, sagt Lula weiterhin. Noch sei nicht abzusehen, welche Mengen an Erdöl in mehr als 2. 800 Metern Tiefe vorhanden seien,wiegelte hingegen die Petrobras-Vorsitzende gegenüber der TageszeitungFolha de São Pauloab. Fündig geworden ist das Unternehmen im Bohrloch Morph, an dem im Januar bei einem Unfall bis zu 18. 000 Liter Bohrflüssigkeit ausgelaufen waren. Daraufhin wurden die Bohrungen für 30 Tage unterbrochen. Die endgültige Tiefe von Morph soll erst in zwei Wochen erreicht sein. Petrobras hat in der Region des sogenannten Blocks 59 außerdem Genehmigungen für Testbohrungen an drei weiteren Stellen beantragt. Diese seien notwendig, um das gesamte Ausmaß des Vorkommens einschätzen zu können. Die Umweltbehörde Ibama lehnt weitere Bohrungen nicht kategorisch ab, verlangt aber zusätzliche Daten, um über die Anträge zu entscheiden. Brasilien soll Top-Erdölproduzent bleibenBrasilien produziert zurzeit 80 Prozent seines Erdöls im Présal, wo voraussichtlich gegen 2035 die Spitzenproduktion erreicht sein wird. Danach brauche das Land neue Reserven, um den Rankingplatzals einer der zehn größten Erdölproduzenten der Weltnicht zu verlieren, so die Petrobras-Chefin. Zur geplanten Energiewende und der Abkehr von den Fossilen sagte Lula: „Ich verleugne meinen Kampf nicht, dass wir eines Tages keine fossilen Brennstoffe mehr brauchen. Brasilien wird weiterhin ein Land der Innovation bei Biotreibstoffen sein. “Doch momentan steht das Öl im Vordergrund. Der Minister für Energie und Bergbau, Alexandre Silveira, nennt den Fund eine „historische Entdeckung“, einen wichtigen Schritt Brasiliens auf dem Weg zur Energiesouveränität. Lula stellt das Vorkommen sogar als Garant für die Souveränität des Landes hin: „Ein Land, das Öl in dieser Qualität hat, wird niemandem erlauben, sich einzumischen“, sagte er und versprach, Kritiken vorwegnehmend: „Wir kümmern uns weiterhin um die Umwelt. “Wissenschaftler haben kürzlich errechnet, dass bei einem eventuellen Unfall ausfließendes Öl entgegen der Angaben des Konzerns durchaus die brasilianische Küste erreichen würden. Soziale Folgen sind jetzt schon spürbar:Die BBC zeigte bereits zu Beginn des Jahres,wie Immobilienspekulation und ungeordnete Besiedlung in der dem Bohrgebiet am nächsten gelegenen Stadt Oiapoque zugenommen haben. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützenMehr zum ThemaTreffen gegen Brasiliens ÖlpläneDie Angst vor dem alles vernichtenden UnfallLula will Brasiliens Energiewende mit Einnahmen aus der Erdölförderung an der Amazonasmündung finanzieren. Dagegen wehren sich die Menschen vor Ort. VonChristine WollowskiNach 10 Jahren PauseIn Amazonasregion soll wieder nach Öl gebohrt werdenBrasiliens Präsident Lula hat Ölbohrungen im Amazonasbecken angekündigt. Den Beschluss begründet er mit der Notwendigkeit für Wirtschaftswachstum. Grüne Solarboote im AmazonasLeise tuckert die RevolutionZahlreiche Verbrennermotoren schippern auf dem Amazonas und verschmutzen die umliegenden Wälder. Eine indigene Firma will nun Abhilfe schaffen. VonTabea Kirchner25. – 29. August 2026Bremerhavenmit Lena Kaiser, Journalistin und Produktentwicklerin bei der tazKurzreise in die Hafenstadt an der Wesermündung, einst der größte Auswandererhafen nach Amerika - mit Besuch der berühmten Museen "Auswandererhaus" und "Klimahaus" sowie einem Ausflug ins Fischerdorf Wremen an der Nordsee960 € (DZ/HP/ohne Anreise)mit 4 Übernachtungen im Hotel im-jaich Lloyd Marina BremerhavenReiseveranstalter Ventus-ReisenMehr erfahren0 Kommentare

Quelle: taz.de

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