Investieren über die Bank: Diese versteckten Gebühren kosten Sie über 100. 000 Euro
Mannheim24Politik & WirtschaftStand:04. 08. 2026, 09:28 UhrKommentareUns auf Google folgenInvestieren über die Bank. © IMAGO/Zoonar. com/Erwin WodickaViele Anlegerinnen haben seit Jahren dieselben Verträge. . . .

Mannheim24Politik & WirtschaftStand:04. 08. 2026, 09:28 UhrKommentareUns auf Google folgenInvestieren über die Bank. © IMAGO/Zoonar. com/Erwin WodickaViele Anlegerinnen haben seit Jahren dieselben Verträge. Was sie kosten, wurde nie wirklich geprüft. Was dabei still verloren geht, ist erheblich. Es gibt eine bestimmte Art von Finanzentscheidung, die einmal getroffen wird und dann jahrelang unberührt bleibt. Der Fondssparplan, der 2012 bei der Hausbank eingerichtet wurde. Die Lebensversicherung mit Fondsbindung, die seit dem ersten Job läuft. Das Depot bei der Bank, in dem dieselben Fonds seit einem Jahrzehnt liegen. Content-PartnerschaftDieser Artikel ist in Zusammenarbeit mitFortunalistaentstanden. Fortunalista hilft Frauen dabei, bestehende Bankprodukte, Fonds und Anlageverträge besser zu verstehen und ihre finanziellen Entscheidungen selbst zu treffen. Im kostenlosen Webinarfinden Bankkundinnen in 75 Minuten heraus, was ihre Verträge wirklich kosten können, ob ihre Geldanlage zu ihren Zielen passt und an welchen Stellen sie genauer hinsehen sollten. Jetzt kostenlos zum Webinar anmeldenWas dabei passiert, ist keine aktive Entscheidung. Es ist das Gegenteil. Es ist das Nicht-Entscheiden. Das Weiterlaufen lassen. Das Vertrauen, dass das, was einmal gut genug war, noch gut genug ist. Was dabei still im Hintergrund läuft, sind Gebühren. „Der Komfort der Bankverbindung kostet mehr als die meisten ahnen“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Nicht weil die Bank böse ist. Sondern weil ein einmal laufendes System keine Fragen stellt. Und wer keine Fragen stellt, zahlt weiter. “Warum Verträge so selten hinterfragt werdenWas Menschen dazu bringt, bestehende Finanzverträge nicht zu prüfen, ist ein gut untersuchtes psychologisches Phänomen. Es nennt sich Status-quo-Bias. Was dabei passiert: Der aktuelle Zustand wird als Referenzpunkt empfunden. Was von diesem Zustand abweicht, fühlt sich nach Risiko an. Was beibehalten wird, fühlt sich nach Sicherheit an. Was dabei übersehen wird: Das Beibehalten ist selbst eine Entscheidung. Und meistens eine teure. Wer einen Fondssparplan seit zehn Jahren laufen lässt, ohne die Kosten zu prüfen, hat nicht nichts entschieden. Sondern entschieden, dass Bequemlichkeit wichtiger ist als Rendite. Was dabei keine bewusste Abwägung war, ist trotzdem eine Abwägung. Drei weitere Faktoren verstärken den Status-quo-Bias bei Finanzprodukten. Komplexität als Schutzwall. Was kompliziert klingt, wird nicht hinterfragt. Was Bankprodukte meistens sind: kompliziert klingend. Ausgabeaufschläge, TER, Performance-Fees, Verwaltungskosten, Depotgebühren: Was sich nach Expertise anfühlt, hält Fragen fern. Die Verbindung zur Bank. Was über Jahrzehnte bei derselben Bank geführt wird, entwickelt eine emotionale Dimension. Das Girokonto war schon immer hier. Die Beraterin kennt die Familie. Was vertraut ist, wird nicht hinterfragt. Die fehlende Vergleichszahl. Was nicht bekannt ist, wie viel ein anderes Produkt kosten würde, kann nicht verglichen werden. Was nicht verglichen wird, erscheint als normal. Was als normal erscheint, wird nicht geändert. Was in bestehenden Verträgen meistens stecktWer einen älteren Bankvertrag aus der Schublade holt und die Kostenstruktur prüft, findet meistens dasselbe Muster. Ausgabeaufschlag beim Fondssparplan. Was bei vielen älteren Fondssparplänen noch heute gilt: Auf jede monatliche Einzahlung wird ein Ausgabeaufschlag von 3 bis 5 Prozent erhoben. Was das bedeutet: Von 200 Euro monatlichem Sparplan landen je nach Aufschlag nur 190 bis 194 Euro im Fonds. Die restlichen 6 bis 10 Euro sind sofort weg. Was über zehn Jahre passiert: Bei 200 Euro monatlich und 5 Prozent Ausgabeaufschlag werden rund 1. 200 Euro in Aufschlägen gezahlt. Was dabei verloren geht, ist nicht nur die Summe selbst. Es ist auch die Rendite, die diese 1. 200 Euro hätten erwirtschaften können. Laufende Verwaltungsgebühren. Was in älteren Bankfonds meistens zu finden ist: TER-Werte zwischen 1,5 und 2,5 Prozent jährlich. Was dabei verglichen werden muss: Ein moderner ETF auf denselben oder einen vergleichbaren Index kostet 0,1 bis 0,2 Prozent. Was der Unterschied von 1,8 Prozentpunkten jährlich über zwanzig Jahre bei einem Portfolio von 50. 000 Euro bedeutet:Bei 0,2 Prozent TER und 7 Prozent Bruttorendite: Endkapital rund 193. 000 Euro. Bei 2 Prozent TER und 7 Prozent Bruttorendite: Endkapital rund 135. 000 Euro. Unterschied: 58. 000 Euro. Ausschließlich aus Gebühren. Depotgebühren. Was Direktbanken und Neobroker für Depotführung verlangen: nichts. Was manche Filialbanken noch berechnen: 0,1 bis 0,5 Prozent des Depotwertes jährlich als Depotgebühr, zusätzlich zur TER des Fonds. Was bei einem Depot von 100. 000 Euro und 0,3 Prozent Depotgebühr anfällt: 300 Euro jährlich. In zwanzig Jahren: 6. 000 Euro, ohne Zinseszinseffekt. Performance-Fees. Manche aktiv verwalteten Fonds erheben zusätzliche Gebühren, wenn der Fonds eine bestimmte Rendite überschreitet. Was dabei nicht immer kommuniziert wird: Diese Gebühren fallen auch an, wenn der Fonds schlechter abschneidet als der Vergleichsindex, solange er gegenüber dem eigenen Vorjahresergebnis gewachsen ist. Die GesamtrechnungWas passiert, wenn alle Kostenebenen zusammengerechnet werden?Ein typisches älteres Bankdepot mit 50. 000 Euro Bestand und 200 Euro monatlichem Sparplan:Ausgabeaufschlag 5 Prozent auf monatliche EinzahlungenTER 2 Prozent jährlichDepotgebühr 0,3 Prozent jährlichEffektive Gesamtkostenbelastung: rund 2,3 Prozent jährlich plus Ausgabeaufschlag. Dasselbe Portfolio mit einem ETF:Kein AusgabeaufschlagTER 0,2 Prozent jährlichKeine DepotgebührEffektive Gesamtkostenbelastung: 0,2 Prozent jährlich. Was der Unterschied von 2,1 Prozentpunkten jährlich über zwanzig Jahre bedeutet, bei 50. 000 Euro Startkapital und 200 Euro monatlichem Sparplan:Bankdepot: rund 181. 000 Euro Endkapital. ETF-Depot: rund 283. 000 Euro Endkapital. Unterschied: 102. 000 Euro. Für dieselbe Marktentwicklung, denselben Zeitraum, dieselbe monatliche Einzahlung. Warum die Bequemlichkeit trotzdem verführtWas die Bank bietet, ist mehr als ein Finanzprodukt. Es ist ein Gesamterlebnis. Persönliche Beratung. Ein Ansprechpartner, der bekannt ist. Ein Ort, zu dem man gehen kann, wenn Fragen entstehen. Das Gefühl, nicht allein mit finanziellen Entscheidungen zu sein. Was dabei nicht falsch ist: der Wunsch nach Begleitung und Sicherheit. Was dabei falsch wäre: anzunehmen, dass dieser Service kostenlos ist oder dass er automatisch die besten Produkte liefert. Was die Bequemlichkeit kostet, ist genau das, was gerade gezeigt wurde. Sechsstellige Beträge über die Laufzeit eines Lebens. Was die Alternative ist, bedeutet nicht, komplett auf Begleitung zu verzichten. Es bedeutet, die Kosten der Begleitung bewusst zu kennen und zu entscheiden, ob sie diesen Preis wert ist. Was jetzt getan werden kannWer einen älteren Bankvertrag hat, sollte drei Schritte unternehmen. Schritt 1: Die Kosten heraussuchen. Was auf dem Produktinformationsblatt steht, sind die Pflichtangaben zur TER. Was auf dem Kontoauszug steht, sind die Ausgabeaufschläge. Was auf der Jahresabrechnung steht, sind die Depotgebühren. Alle drei Zahlen addieren: Das ist die Gesamtkostenbelastung. Schritt 2: Vergleichen. Was ein ETF auf einen vergleichbaren Index kostet, findet sich auf Vergleichsportalen wie justETF oder extraETF in wenigen Minuten. Was dabei fast immer herauskommt: ein erheblicher Unterschied. Schritt 3: Entscheiden. Was nach dem Vergleich folgt, ist eine informierte Entscheidung. Wer den Komfort der Bankberatung als wichtig empfindet und bereit ist, dafür zu zahlen, kann bleiben. Wer lieber selbst entscheidet und die Kosten minimiert, wechselt. Was beim Wechsel zu beachten ist: Beim Verkauf bestehender Fondsanteile fallen Steuern auf realisierte Gewinne an. Was die Steuer kostet, muss gegen die eingesparten Gebühren der kommenden Jahre gerechnet werden. Was dabei fast immer herauskommt: der Wechsel lohnt sich langfristig. Was kein guter Rat ist: sofort alles verkaufen, ohne die steuerlichen Konsequenzen geprüft zu haben. „Bequemlichkeit hat ihren Wert“, betont Margarethe Honisch. „Was sie nicht hat, ist einen Wert von 100. 000 Euro über zwanzig Jahre. Wer diese Zahl kennt, entscheidet bewusster. “FazitInvestieren über die Bank ist bequem. Was diese Bequemlichkeit kostet, steht nicht auf dem Beratungsprotokoll. Was stil im Hintergrund läuft, sind Ausgabeaufschläge, Verwaltungsgebühren und Depotkosten, die Jahr für Jahr einen Teil der Rendite aufzehren. Was über Jahrzehnte damit verloren geht, ist erheblich. Wer die eigenen Vertragskosten kennt, hat die Grundlage für eine bessere Entscheidung. Was dabei herauskommt, ist manchmal Bestätigung. Und manchmal ein Wechsel, der sich erheblich lohnt.