Sparkasse schließt Geldautomaten in Moosen – VR-Bank ist schon weg
Die Sparkasse Erding-Dorfen macht ihren ServicePoint in Moosen zum 14. November dicht. Für Senioren ohne Auto wird der Weg zur nächsten Bank zum Problem – denn auch die VR-Bank hat bereits im Juli geschlossen.

StartseiteLokalesErdingMoosinningStand:17. 06. 2026, 09:00 UhrKommentareUns auf Google folgenNoch bis 14. November kann Lothar Aufinger bei der Sparkasse in Moosen Bargeld abheben. © Birgit LangDie Sparkasse Erding-Dorfen macht ihren ServicePoint in Moosen zum 14. November dicht. Für Senioren ohne Auto wird der Weg zur nächsten Bank zum Problem – denn auch die VR-Bank hat bereits im Juli geschlossen. Moosen – Wieder ein Stück Lebensqualität und Unabhängigkeit weniger für die Bewohner von Moosen. Zum 14. November wird der ServicePoint der Sparkasse Erding-Dorfenin der Weststraße für immer geschlossen. „Der Mietvertrag läuft zum genannten Termin aus und wird nicht verlängert“, erklärt Walter König, der RegionalleiterTaufkirchen. Grund sei die geringe Auslastung des Standortes. Deshalb habe die Sparkasse beschlossen, die Serviceleistungen künftig zentral im Beratungscenter Taufkirchen und über digitale Kanäle anzubieten. Für viele ältere Moosener ist das fatal. Denn auch die Filiale der VR-Bank in Moosen wurde bereits zum 1. Juli 2024 vollständig aufgegeben. Wer also Bargeld oder eine Beratung benötigt, ist gezwungen, nach Taufkirchen oder Dorfen zu kommen, was nicht leicht ist, wenn man nicht mehr mobil ist. Auch online sind viele, vor allem ältere Menschen, oft nicht aktiv oder unsicher. Lothar Aufinger ist seit Kindesbeinen Kunde der Sparkasse. Er bedauert es sehr, dass nach der VR-Bank nun auch der Moosener Sparkassen-ServicePoint schließen wird. Der Umbau zur Service-Filiale ohne dauerhafte persönliche Schalterberatung war bereits zum 1. Oktober 2014 erfolgt. Die VR-Bank hatte ihren Geldautomaten damals im eigenen Gebäude stehen, also sei keine Miete angefallen. Sicherheitsaspekte hätten eine Rolle gespielt, weil immer mehr Geldautomaten gesprengt werden. Man habe die Wohnungsmieter im Haus nicht gefährden wollen, argumentierte die Bank. Für Aufinger ein „fadenscheiniger Grund“, der nur vorgeschoben sei. Jetzt sei dort wenigstens ein Friseur als Nachmieter eingezogen, der wieder mehr Leben nach Moosen bringe. Die Sparkassen-Filiale wurde 1979 eröffnet, Ende 2006 wurden die 80 Quadratmeter umgestaltet. Damals erhielten rund 1500 Kunden eine Rundumberatung. In den vergangenen Jahren habe die Nutzung des Angebots jedoch kontinuierlich abgenommen, während das digitale Angebot stark gewachsen sei, erklärt König und verspricht: „Die Schließung des ServicePoints bedeutet keinen Verlust an Servicequalität – im Gegenteil, wir stärken unser digitales Angebot und stellen sicher, dass die Kunden jederzeit optimal betreut werden. “Aufinger versteht, dass es für Banken wichtig ist, wirtschaftlich zu arbeiten. „Wenn nicht mehr ausreichend Kunden den Service der Sparkasse nutzen, ist eine Schließung scheinbar nicht mehr zu umgehen. “ Doch er bedauert: „Vor allem für die älteren Anwohner, die nicht mehr mobil sind, wird es jetzt schwierig, wenn ihnen das Bargeld ausgeht. “ Sie seien dann auf Hilfe angewiesen oder müssten mit dem Bus zur nächsten Bank fahren. Busse seien aber nur sehr begrenzt in Moosen unterwegs. „Warum fährt der Gemeindebus nicht nach Moosen, gehören wir nicht zur Gemeinde?“, fragt sich der 66-jährige Rentner. Was ihn und viele andere ärgert, ist, dass der 1007-Seelen-Ort immer mehr abgehängt werde und sich darum scheinbar keiner kümmere. Auch Stephan Prey (31) war früher bei beiden Banken Kunde. Er hat schon lange den Anbieter gewechselt, verwaltet sein Depot und Girokonto selbst. „Ich brauche keinen Berater, ich mache alles selbst online, auch übers Handy. Ich hebe mir Bargeld beim Einkaufen direkt an der Kasse ab und als Berufspendler auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause. Das ist kein Umweg für mich. “Höhere Beträge bezahlt der Moosener nur mit Karte. Viele seiner Freunde hätten ein Zweitkonto, seien aber auch noch bei den regionalen Banken, mit dem Argument, dort könne man Geld abheben. Die Schließung des Sparkassen-ServicePoints sieht auch Prey als Nachteil, vor allem für ältere Leute.