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Chefs rechnen mit noch härterer Krise: „Das Herz der bayerischen Wirtschaft blutet immer weiter aus“

Es gibt auch positive Nachrichten. Diese Feststellung ist Gernot Egretzberger wichtig. Der Geschäftsführer des Augsburger Bandstahlspezialisten Eberle und Chef des regionalen Ablegers der bayerischen Metall-. . .

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Chefs rechnen mit noch härterer Krise: „Das Herz der bayerischen Wirtschaft blutet immer weiter aus“

Es gibt auch positive Nachrichten. Diese Feststellung ist Gernot Egretzberger wichtig. Der Geschäftsführer des Augsburger Bandstahlspezialisten Eberle und Chef des regionalen Ablegers der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände lobt ausdrücklich das jüngste Reformpaket der Bundesregierung. Es reiche aber nicht aus, um die Deindustrialisierung zu stoppen, die längst auch in Schwaben um sich greife. „Das Herz der bayerischenWirtschaftblutet immer weiter aus“, warnt Egretzberger, dessen Unternehmen selbst seit Mai in einem Insolvenzverfahren steckt –mit guter Perspektive, wie jüngst der vorläufige Insolvenzverwalter betonte. In einer aktuellen Umfrage haben die schwäbischen Mitglieder des Verbands zwar angegeben, dass sich ihre Geschäfte zuletzt etwas positiver entwickelt haben. Aber ihre Erwartungen für die Zukunft haben sich noch einmal deutlich eingetrübt. Wirtschaft in Schwaben: Auch das Auslandsgeschäft entwickelt sich schwächerNur noch elf Prozent der Branchen-Unternehmen gehen von einer Verbesserung der Geschäftslage im Inland aus. Vor einem halben Jahr glaubte noch mehr als ein Drittel an eine Wende. Nun befürchten fast genauso viele eine Verschlechterung. Fast noch schlimmer aber: Inzwischen erwarten auch 36 Prozent der Unternehmen weitere Einbußen im Auslandsgeschäft. „Was hier passiert, ist absolut dramatisch“, warnt Egretzberger. Der Export sei von zentraler Bedeutung für die Branche. Sein Unternehmen etwa habe eine Exportquote von 95 Prozent. 60 Prozent gehen in Länder außerhalb der EU. Geld zu verdienen, sei für viele Betriebe derzeit extrem schwer. Fast ein Viertel befürchte, im laufenden Jahr in den roten Zahlen zu landen. Insgesamt befänden sich fast 45 Prozent der Branchenunternehmen in Schwaben in einem kritischen Ertragsbereich. Bayernweit liege die Nettoumsatzrendite der Metall- und Elektrobetriebe aktuell im Durchschnitt bei nur noch 1,5 Prozent. „In diesen Zahlen sind auch die Betriebe etwa aus der Luft- und Raumfahrt oder der Verteidigungsindustrie enthalten, die derzeit glücklicherweise gut verdienen“, sagt Egretzberger. Die Umfrage zeige, dass die Unternehmen die Dramatik der Lage schon viel deutlicher sähen als breite Teile der Öffentlichkeit, sagt Egretzberger. Die Gründe für die Krise seien vielschichtig undnicht gegen alle Ursachen könne man in Deutschland etwas unternehmen. Zentral sei aber die Entwicklung der Arbeitskosten. Betriebe investieren kaum noch im Inland„Wir sind in Deutschland zu Recht stolz auf unsere Produktionskompetenz“, sagt der Verbandsvertreter. „Aber die Zeit, in der die Kunden bereit waren, 20 Prozent Aufschlag für das Siegel ,Made in Germany‘ zu bezahlen, ist vorbei. “ Ein Produktionsbetrieb könne heute etwa in Polen zu einem Drittel der deutschen Personalkosten fertigen lassen. „Diesen Vorsprung allein durch Produktivitätsgewinne in Deutschland einzuholen, ist kaum möglich“, sagt Egretzberger. In der Folge investieren die Unternehmen auch kaum noch hier. Fast die Hälfte der befragten Firmen gibt an, ihre Investitionen im Inland zurückzufahren. Von den wenigen geplanten Projekten entfielen nur 13 Prozent auf Erweiterungsmaßnahmen. Im Ausland steigen die Investitionen dagegen. 42 Prozent der schwäbischen Betriebe planen, mehr Geld lieber jenseits der Landesgrenzen auszugeben. Für den Arbeitsmarkt heißt das,die Zahl der Industriearbeitsplätze wird weiter sinken. Die Verbände gehen davon aus, dass im laufenden Jahr allein in Schwaben 3500 Stellen in der Metall- und Elektroindustrie wegfallen werden. Derzeit hat die Branche hier noch 133. 000 Beschäftigte. Bayernweit seien in den vergangenen zweieinhalb Jahren mehr als 35. 000 Stellen weggefallen.

Quelle: augsburger-allgemeine.de

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