Chinas Wirtschaft: China liefert deutlich mehr Waren nach Deutschland
Während Chinas Exporte nach Deutschland stark gestiegen sind, bleiben die Importe niedrig. Für Deutschland ergibt sich daraus ein milliardenschweres Handelsdefizit. Quelle: DIE ZEIT, dpa,mns14. Juli 2026, 8:42. . .
Während Chinas Exporte nach Deutschland stark gestiegen sind, bleiben die Importe niedrig. Für Deutschland ergibt sich daraus ein milliardenschweres Handelsdefizit. Quelle: DIE ZEIT, dpa,mns14. Juli 2026, 8:42 UhrIhr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zon-speechbert-production. s3. eu-central-1. amazonaws. com/articles/abf183e2-0dfb-4e58-a46b-9042f198004d/full_b662a4f2876435e45606bbf3a41070f56d75646c5b11303de9fca549d8ed7931641811c3da74364188815da625b7c812. mp337KommentareEin Containerschiff läuft aus dem Containerhafen in Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong aus. © AFP/ Getty ImagesDie chinesischenExporte nach Deutschlandsind im Juni weiter gestiegen. Aus Daten der Zollbehörde in Peking geht hervor, dass die Ausfuhren in US-Dollar gerechnet 27,2 Prozent höher lagen als im Vorjahresmonat. ChinasImporte aus Deutschland stiegen dagegen nur um 3,1 Prozent, die länderübergreifendeWachstumsquote lag um ein Vielfaches höher. Diese Lücke zwischen Importen und Exporten zeigt sich im gesamten ersten Halbjahr. Demnach wuchsen die chinesischen Lieferungen nach Deutschland um 19 Prozent, die Importe lediglich um 1,8 Prozent. Im ersten Halbjahr lieferte China somit Waren im Wert von 67,5 Milliarden Dollar (etwa 59,3 Milliarden Euro) nach Deutschland. Die Einfuhren aus der Bundesrepublik erreichten 45,2 Milliarden Dollar. Damit ergibt sich für Deutschland ein Handelsdefizit mit China von 22,3 Milliarden Dollar. Konkurrenzdruck zwischen Deutschland und China steigtDeutschland hatte lange stark vom wirtschaftlichen Aufstieg Chinas profitiert und vor allemAutos, Maschinen und Spezialtechnik in die Volksrepublik verkauft. Mittlerweile hat sich das Verhältnis verändert. Chinesische Unternehmen bieten selbst technologisch anspruchsvolle Produkte zu niedrigen Preisen auf den Weltmärkten an. Zwischen den beiden Ländern wächst zudem derKonkurrenzdruck in der Autoindustrieund im Maschinenbau. Chinesische Hersteller gewinnen bei Elektroautos Marktanteile. Deutschland ist derweil bei wichtigen Produkten wie Batterien und pharmazeutischen Vorprodukten stark von China abhängig. Der Wettbewerb dürfte sich in Zukunft weiter verschärfen. China fördert gezielt Branchen wie Halbleiter, Robotik, Quantentechnologie, Wasserstoffnutzung und Biotechnologie. Viele dieser Bereiche stehen auch im Mittelpunkt der deutschen Wirtschaftspolitik. Niedrige Importe aus EU nach ChinaAuch Chinas Außenhandel insgesamt wuchs im Juni. DieExporte in alle Länder stiegengegenüber dem Vorjahresmonat um 27 Prozent. Die Importe legten um 36 Prozent zu. Ähnlich wie bei Deutschland exportierte China mehr Waren in dieEU, als es Waren importierte. Demnach gab es 18,5 Prozent mehr Exporte, während die Importe lediglich um 9,2 Prozent zulegten. Im Handel mit den USA wuchsen die chinesischen Exporte um 13,9 Prozent und die Importe um 25,9 Prozent. Besonders stark legte der Handel mit Russland und den südostasiatischen Asean-Staaten zu: Die Exporte dorthin stiegen um 38 beziehungsweise 34,6 Prozent. Der Anstieg fiel deutlich stärker aus, als Analysten erwartet hatten. »Dies spiegelt vor allem denjüngsten Anstieg der Halbleiterpreise wider, der durch den KI-Boomausgelöst wurde«, teilte Julian Evans-Pritchard von Capital Economics mit. Der Wert der chinesischen Halbleiterexporte verdoppelte sich demnach im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Ausfuhren von Datenverarbeitungsgeräten legten um 53,1 Prozent zu. Zugleich würden die Halbleiterexporte mengenmäßig zurückgehen. Das Exportwachstum sei also »vollständig eine Frage der Preise, die auf aktuelle Knappheiten bei Speicherchips zurückgeht«, sagte Evans-Pritchard.