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Düstere Prognose: 7000 Jobs in Oberbayern sollen wegfallen – „Herz der Wirtschaft blutet aus“

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Düstere Prognose: 7000 Jobs in Oberbayern sollen wegfallen – „Herz der Wirtschaft blutet aus“

StartseiteLokalesGeretsried-WolfratshausenWolfratshausenStand:23. 07. 2026, 17:23 UhrKommentareUns auf Google folgenViele Sorgen haben derzeit die Vertreter der Metall- und Elektroindustrie (v. li. ) Matthias Bechtold, Felix Kleinert, Stefan Seemann und Bernhard Pfreundner. © Sabine Hermsdorf-HissDie Metall- und Elektroindustrie im Oberland meldet eine sehr schlechte Geschäftslage. Oberbayernweit sollen 7000 Jobs allein in diesem Jahr wegfallen. Wolfratshausen – Mit dramatischen Zahlen weist die Metall- und Elektroindustrie im Oberland auf eine „sehr schlechte Geschäftslage“ und düstere Prognosen hin. Vertreter mehrerer Unternehmen aus der Region kamen bei der Weber Schraubautomaten GmbH inWolfratshausenzusammen, um die Ergebnisse der Sommer-Konjunkturumfrage der beiden Arbeitgeberverbände bayme und vbm vorzustellen. Die Antworten aus den Reihen der Mitgliedsbetriebe lassen aufhorchen: Die Talfahrt der Industrie setze sich ungebremst fort, warnen die Verbände. Mehr als jedes dritte Unternehmen im Oberland plant einen Stellenabbau. Oberbayernweit sollen 7000 Jobs allein in diesem Jahr wegfallen. Bernhard Pfreundner, Finanzvorstand bei der Tölzer SAM GmbH und vbm-Vorstandsmitglied, sprach von einem „Abwärtstrend“ der Produktion in den ersten Monaten des Jahres. „Der 2024 einsetzende Beschäftigungsrückgang setzt sich kontinuierlich fort. “ Allein in den ersten fünf Monaten seien 9000 Stellen in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie verloren gegangen; in den vergangenen zweieinhalb Jahren sank die Zahl der Arbeitsplätze um 35. 000. Exportgeschäft eingebrochenDas schlägt sich in der Konjunkturumfrage nieder, die die Verbände zuletzt 2023 in Weilheim vorgestellt hatten. Das Inlandsgeschäft bewerten laut Pfreundner nur noch gut 23 Prozent der Unternehmen als positiv, vor drei Jahren waren es noch fast 45 Prozent. Fast 60 Prozent bezeichnen das Auslandsgeschäft als schlecht (2023: sechs Prozent). Schuld daran: Das Exportgeschäft ist „dramatisch eingebrochen“, erklärte Pfreundner. Noch mehr Sorge bereiten den Arbeitgebern die weiter verschlechterten Perspektiven. Nur jedes fünfte Unternehmen glaubt an eine Besserung des Inlandsgeschäfts, fast jede dritte Firma befürchtet eine Verschlechterung. Die gleiche Entwicklung gilt fürs Auslandsgeschäft. Die Produktion könnte sich künftig zunehmend ins Ausland verlagern. Fast jedes dritte Unternehmen plant, seine Produktion dort auszuweiten, zurückfahren wollen sie nur zwei Prozent. Im Inland will nur jeder vierte Betrieb mehr produzieren, 16 Prozent planen eine Reduzierung. Insgesamt rechnet mehr als jedes vierte Unternehmen mit einem Ertrag im kritischen Bereich. Die Zahl der Unternehmen, die Beschäftigung aufbauen wollen, hat sich im Vergleich zu 2023 halbiert. Als Ursachen machen die Verbände unter anderem das außenwirtschaftliche Umfeld – Zölle in den USA und Kostensteigerungen durch den Iran-Krieg – und die Standortbedingungen in Deutschland aus. Knapp 80 Prozent der Unternehmer sprechen von verschlechterten Bedingungen im letzten Jahrzehnt. „Kernpunkte sind die Arbeitskosten, Bürokratie und Regulierung sowie die fehlende Planungssicherheit der Wirtschaftspolitik“, fasste Pfreundner zusammen. Deindustrialisierung? „Das ist Realität!“Das Reformpaket der Bundesregierung begrüßen die Verbände zwar. „Insgesamt hätten wir uns für den Arbeitsmarkt aber eine stärkere Flexibilisierung gewünscht“, erklärte der Finanzvorstand. Deutliche Worte fand Felix Kleinert, Interims-Geschäftsführer bei Weber. Noch vor drei, vier Jahren habe er den Begriff „Deindustrialisierung“ für eine Verschwörungstheorie gehalten. Nun erklärte er: „Nein, das ist Realität!“ Der Standort werde von der Politik „aktiv vernichtet“. Es brauche einen Ruck in der Gesellschaft. Die Wirtschaft müsse in den Mittelpunkt der Politik gestellt werden. Als eine mögliche Lösung nannte er die Senkung der Arbeitskosten und Mehrarbeit, bekannte sich aber wie die Verbände zum Tarifvertrag. Die Zahlen untermauerten Matthias Bechtold, Geschäftsführer des Weilheimer Blechbearbeitungsunternehmens Günter Bechtold GmbH. Nur mit Aufträgen aus der Wehrtechnik könne das sinkende Auslandsgeschäft in Deutschland aufgefangen werden. Stefan Seemann, Geschäftsführer des Medizintechnik-Herstellers Pari Group, sagte: „Das alles trifft auch auf unseren Bereich zu. “ Zusätzlich habe die Gesundheitsreform Auswirkungen auf das Unternehmen. Aktuelle Nachrichten aus derRegion Wolfratshausen/Geretsriedlesen Sie hier. „Es ist ein dramatisches Zeichen, dass das Herz der bayerischen Wirtschaft immer weiter ausblutet“, fasste Pfreundner zusammen. „Wir müssen diesen Prozess stoppen, bevor die Deindustrialisierung nicht mehr aufzuhalten ist. “ nap

Quelle: merkur.de

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