Dauerfeuer auf Russlands Wirtschaft: Putins verzweifelter Schritt – jetzt bettelt er im Nachbarland um Benzin
tzPolitikStand:25. 06. 2026, 10:59 UhrKommentareUns auf Google folgenTreibstoffkrise in Russland: Preise steigen, Produktion bricht ein, Schlangen wachsen. Drohnenangriffe zwingen Putin zu drastischen. . .

tzPolitikStand:25. 06. 2026, 10:59 UhrKommentareUns auf Google folgenTreibstoffkrise in Russland: Preise steigen, Produktion bricht ein, Schlangen wachsen. Drohnenangriffe zwingen Putin zu drastischen Maßnahmen. Moskau – Russlands Wirtschaft steht weiter schwer unter Druck. Hintergrund sind die anhaltendenukrainischen Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien, die den Treibstoffmarkt in Russland immer mehr beuteln. Zu spüren ist das auch an der Zapfsäule: So haben die Benzinpreise den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Die Lage ist offenbar so schlimm, dass Moskau ungewöhnliche Notmaßnahmen ergreifen muss: Russlands MachthaberWladimir Putinsucht Hilfe im Nachbarstaat Kasachstan. Spektakulärer Fehlschlag in Moskau: Russlands eigene Flugabwehrrakete lässt Ölraffinerie in Flammen aufgehen © IMAGO / Anadolu AgencyTatsächlich hat die Krise eine Welle von Marktpanik ausgelöst. Nach Angaben von Russlands staatlichem Statistikamt kletterte der Durchschnittspreis von Benzin in der Woche vom 16. bis 22. Juni um drei Prozent auf 71,20 Rubel (umgerechnet rund 0,95 US-Dollar) pro Liter. Auch Diesel verteuerte sich um 2,7 Prozent. Die Zentralbankchefin Elvira Nabiullina bezeichnete den Produktionsrückgang der NachrichtenagenturRBC-Ukrainezufolgebereits als „neues und ernstes Inflationsrisiko“. Russlands jährliche Inflationsrate liegt demnach inzwischen bei 5,8 Prozent. Russlands Wirtschaft unter Druck: Produktion bricht um ein Viertel einDer Kern des Problems: Infolge der anhaltenden Angriffe im Ukraine-Krieg ist die russische Benzinproduktion bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahr lautReutersum rund ein Viertel eingebrochen. Bereits im Mai sank die Produktion von Erdölprodukten offiziellen Daten zufolge im Jahresvergleich um 13,5 Prozent. Besonders schwergetroffen wurde eine Moskauer Raffinerie: Sie fällt Insidern zufolge nach schweren Schäden durch ukrainische Drohnenangriffe für mindestens sechs Monate aus. Auch die Raffinerie TANECO des russischen Ölkonzerns Tatneft stellte am 12. Juni nach einem Drohnenangriff die Rohölverarbeitung vollständig ein. Die Knappheit macht sich im Alltag bemerkbar: Die Menschen in Russland reagieren mit Hamsterkäufen, was zu langen Schlangen an den Tankstellen führt. Die Panik unter Autofahrerinnen und Autofahrern zeigt sich auch im Netz: Suchanfragen auf Google nach dem Begriff „Benzin absaugen“ schnellten lautRBC-Ukrainein Russland in die Höhe. Zudem sind inzwischen in 75 Prozent der russischen Regionen Versorgungsengpässe oder Rationierungsmaßnahmen zu beobachten. Konkrete Rationierungsmaßnahmen wurden nachReuters-Angaben unter anderem in den Regionen Brjansk, Kursk, Lipezk, Samara und Tjumen eingeführt. Russlands Wirtschaft leidet: Moskau bittet Nachbarland Kasachstan um HilfeUm das akute Defizit aufzufangen, hat Russland das Nachbarland Kasachstan nach Angaben des NachrichtensendersTVP Worldinformell um die Lieferung von rund 50. 000 Tonnen Benzin (speziell der Sorte Ai-92) gebeten. Kasachstan verfügt derzeit über Benzinüberschüsse, allerdings könnten die Exportkapazitäten begrenzt sein, da die kasachische Raffinerie Atyrau wegen planmäßiger Wartungsarbeiten von Ende Juni bis Mitte Juli stillsteht. Der kasachische Energieminister erklärte hingegen, dass der Regierung in Astana bisher keine offizielle Anfrage aus Moskau vorliege. Ein Brancheninsider deutete jedoch an, dass ein potenzielles Geschäft im Tausch gegen russisches Kerosin stattfinden könnte: Kasachstan steht selbst vor einem Kerosinengpass, der durch steigende Nachfrage, Wartungsarbeiten und ausbleibende Lieferungen aus Russland verschärft wird. Hoffnung für Russlands Wirtschaft? Kreml erwägt ein Bündel von Notmaßnahmen zur MarktstabilisierungDer Kreml versucht unterdessen mit einer Reihe von Notfallmaßnahmen, den Markt zu stabilisieren. Dazu gehören lautReutersdie Erwägung eines vollständigen Exportverbots für Diesel, höhere Subventionen für verbliebene Raffinerien sowie Steueranreize. Besonders bemerkenswert ist die Lockerung von Umwelt- und Qualitätsstandards: Die russische Regierung erlaubt es den Raffinerien mittlerweile, Treibstoff mit niedrigeren Qualitätsstandards für den heimischen Markt zu produzieren, um die Kraftstoffmengen künstlich zu erhöhen. Zudem wurden in der Hauptstadt administrative Hürden abgebaut: Das Bürgermeisteramt von Moskau hob die Pflicht auf, dass Tankwagen eine Einfahrtsgenehmigung für das Stadtgebiet benötigen, um eine lückenlose Belieferung der Metropole zu gewährleisten. Keine Entwarnung für Russlands Wirtschaft: Weitere Angriffe und lange AusfallzeitenEine Entspannung der Lage ist vorerst nicht in Sicht. Auch in der Nacht zum 25. Juni haben ukrainische Drohnen derUkrainska Pravdazufolge erneut Ziele in Russland angegriffen; in der südrussischen Region Krasnodar geriet das Öllager Poltawskaja durch herabstürzende Drohnentrümmer in Brand. Das Öllager war bereits Mitte Juni getroffen worden. Im Kreis Abinski sei zudem ein Feuer auf einem Fabrikgelände durch herabstürzende Drohnentrümmer ausgelöst worden. Zudem meldete der ukrainische Generalstab erfolgreiche Angriffe auf Gasverarbeitungs- und Heliumanlagen von Gazprom in der Region Orenburg, mehr als 1200 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Kurz vor diesen erneuten Angriffen hatte der ukrainische PräsidentWolodymyr Selenskyjin einer Videoansprache noch einmal die strategische Absicht hinter den Angriffen untermauert: Er habe das Militär und die Geheimdienste ausdrücklich angewiesen,präventiv gegen jene russischen Einrichtungen vorzugehen, die Russlands Machthaber Wladimir Putin zur Unterstützung seines Krieges nutzt. Russlands Wirtschaft bleibt damit für Kiew das vorrangige Ziel im Ukraine-Krieg. (Quellen: Reuters, TVP World, RBC-Ukraine, Ukrainska Pravda)(cs)