Dauerfeuer im Ukraine-Krieg: Drohnenschläge erhöhen Druck auf Russlands Wirtschaft
Mannheim24Politik & WirtschaftDrohnen-Dauerfeuer auf Russlands Wirtschaft geht weiter: Brennende Öllager erhöhen Druck auf PutinStand:23. 07. 2026, 15:15 UhrKommentareUns auf Google folgenKiew nimmt im. . .

Mannheim24Politik & WirtschaftDrohnen-Dauerfeuer auf Russlands Wirtschaft geht weiter: Brennende Öllager erhöhen Druck auf PutinStand:23. 07. 2026, 15:15 UhrKommentareUns auf Google folgenKiew nimmt im Ukraine-Krieg verstärkt Logistikzentren und Energieinfrastruktur ins Visier. Die Folgen sind inzwischen spürbar. Uljanowsk – Kiew nimmt imUkraine-Kriegweiter Russlands Wirtschaft in die Zange. Jüngstes Beispiel: Auch in der Nacht auf den 23. Juli waren mehrere russische Regionen Ziele von Drohnenangriffen. Betroffen waren dieses Mal hauptsächlich die Öl- und Energieinfrastruktur in Russland. Zudem nahmen die ukrainischen Streitkräfte ein weiteres Logistikzentrum des größten russischen Online-Händlers Wildberries ins Visier. Damit setzt sich eine Serie von Angriffen fort, die den Kreml zunehmend unter Druck setzt. Die brennenden Öllager erhöhen den Druck auf Wladimir Putin. © AFP/Alexander Kazakov/dpa/MontageIn der Siedlung Nowospasskoje im russischen Gebiet Uljanowsk schlugen Drohnen offenbar in eine Flüssiggas-Basis der Firma „NS-Oil“ ein. Gouverneur Alexej Russkich sprach lautThe New Voice of Ukrainevon einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Brennstoff- und Energiekomplex, ohne nähere Details zu nennen. Ukraine-Drohnen setzen Russlands Wirtschaft immer mehr unter DruckBei „NS-Oil“ handelt es sich lautThe Kyiv IndependentundUkrinformum eine vergleichsweise kleine Raffinerie, die Kraftstoffe wie Benzin und Diesel sowie Flüssiggas (LPG) herstellt, lagert und ausliefert. Der Flüssiggas-Terminal ist Teil des Produktionskomplexes und dient der Lagerung von Propan-Butan-Gas, der Bevorratung von Treibstoffen sowie der Belieferung von Verbrauchern per Lkw. Sie liegt rund 650 Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt und hat eine Rohölverarbeitungskapazität von 600. 000 Tonnen pro Jahr. Der Angriff in Uljanowsk war nicht der einzige in dieser Nacht. Über der Stadt Tuymazy in der russischen Teilrepublik Baschkortostan ist dichter schwarzer Rauch aufgestiegen, wie der Telegram-KanalExilnova+berichtete. Demnach ist dort offenbar eine Ölpumpstation getroffen worden. Auch hier war das Ausmaß der Schäden zunächst nicht klar. Russlands Wirtschaft leidet: Ukraine-Drohnen treffen Energieanlagen – auch Wildberries brenntBereits zuvor in der Nacht war die russische Stadt Woronesch Ziel eines massiven Drohnenangriffs. Nach Angaben von Augenzeugen soll erneut ein Logistikzentrum von Wildberries getroffen worden sein – jenem Unternehmen, das häufig mit dem US-Konzern Amazon verglichen wird. In sozialen Netzwerken veröffentlichte Fotos und Videos zeigten eine große Explosion am Nachthimmel der Stadt, gefolgt von einem Brand im Bereich des Wildberries-Logistikzentrums. Die Attacke auf das Woronescher Logistikzentrum reiht sich in eineSerie von Angriffen auf Wildberries-Standorteein. Bereits am 22. Juli hatte das Unternehmen angekündigt, die Lager in Woronesch nachts nicht mehr zu betreiben – als Reaktion auf wiederholte ukrainische Angriffe der vergangenen Woche. News zum Ukraine-KriegDie EU-Staaten haben sich angesichts des anhaltenden Ukraine-Kriegs auf ein neues Sanktionspaket verständigt. Die Pläne sehen unter anderem weitere Maßnahmen gegen den russischen Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für russische Soldaten vor, wie EU-Diplomaten in Brüssel mitteilten. Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist geplant, die automatische Anpassung des sogenannten Ölpreisdeckels für zwölf Monate auszusetzen. Dieser müsste sonst wegen der gestiegenen Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus angehoben werden, was mehr Geld für Russland bedeuten würde. Das neue Sanktionspaket ist das 21. gegen Russland wegen des Ukraine-Krieges. Das 20. trat im April in Kraft und zielte auch stark darauf ab, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von Gas und Öl zu reduzieren. Zudem richtete es sich gegen Unternehmen mit Verbindungen zur russischen Rüstungsindustrie, Banken und andere Finanzdienstleister. Russlands Wirtschaft unter Dauerfeuer: Selenskyj rechtfertigt Angriffe auf LagerDer ukrainische PräsidentWolodymyr Selenskyjrechtfertigte dieAngriffe auf die Logistikzentrennach dem Vorfall vom 18. Juli mit deren Bedeutung für die russische Armee. „Das sind russische Logistikeinrichtungen, insbesondere Lagerhäuser, die zur Versorgung mit Kriegsmaterial genutzt werden: Navigationsausrüstung, Komponenten für die Drohnenproduktion und andere Versorgungsgüter für die russische Armee“, erklärte er in seiner Abendansprache. Wildberries führt lautKyiv Independentauf seiner Website tatsächlich diverse militärische Ausrüstung, darunter Drohnenbauteile und Körperschutzwesten, zum Kauf. Das Unternehmen und seine Gründerin Tatjana Kim– Russlands vermögendste Frau – stehen wegen des Ukraine-Kriegs bereits unter internationalen Sanktionen und Handelsbeschränkungen. Polen bezeichnete Wildberries bei der Verhängung von Sanktionen 2022 als „größten Steuerzahler der Russischen Föderation“. Kiew betrachtet Ölanlagen als legitime militärische Zieleim Ukraine-Krieg, da die Energiestandorte die Kriegsmaschinerie des Kremls mit Treibstoff und Einnahmen versorgen. Die ukrainischen Angriffe auf die Ölinfrastruktur verschärfen lautKyiv Independenteine innerrussische Treibstoffkrise, die bereits zu Exportverboten, Preiserhöhungen und Verkaufsbeschränkungen im ganzen Land geführt hat. In verschiedenen russischen Regionen wird demnach weiterhin von stundenlangen Wartezeiten an Tankstellen berichtet. (Quellen: The Kyiv Independent, The New Voice of Ukraine, Ukrinform, Exilnova+)(cs)