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Der Arbeitsmarkt leidet weniger unter Entlassungen als unter fehlenden Neueinstellungen - Wirtschaft | experten. de

Die Arbeitslosigkeit sinkt leicht, doch Deutschlands Arbeitsmarkt verliert weiter an Dynamik. Warum fehlende Neueinstellungen und der demografische Wandel zum eigentlichen Problem werden.

Von experten. de · · 4 min Lesezeit

Der Arbeitsmarkt leidet weniger unter Entlassungen als unter fehlenden Neueinstellungen - Wirtschaft | experten. de

Das Risiko, den Arbeitsplatz zu verlieren, bleibt im historischen Vergleich weiterhin vergleichsweise gering. Die eigentliche Schwäche zeigt sich an anderer Stelle: Die Chancen, aus der Arbeitslosigkeit wieder in Beschäftigung zu wechseln, befinden sich auf einem historisch niedrigen Niveau. Im Juni konnten rund 150. 000 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung oder einer Berufsausbildung beenden – nicht mehr als im Vorjahresmonat. Bärbel Bas, Bundesministerin für Arbeit und SozialesBundesregierung/Steffen KuglerDamit verändert sich die Funktionsweise des Arbeitsmarktes. Unternehmen halten ihre Belegschaften trotz konjunktureller Unsicherheit weitgehend zusammen, gleichzeitig entstehen zu wenige neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Der Arbeitsmarkt verliert damit jene Mobilität, die für Strukturwandel und Produktivitätsfortschritte entscheidend ist. Industrie schwächelt, einzelne Branchen setzen positive AkzenteDie wirtschaftliche Schwäche trifft insbesondere die Industrie. Gleichzeitig entwickeln sich einzelne Dienstleistungsbereiche robuster. Vor allem das Gesundheitswesen und Teile der Bauwirtschaft verzeichnen weiterhin leichte Beschäftigungszuwächse. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas ordnet die Entwicklung entsprechend ein:„Die aktuelle wirtschaftliche Lage bleibt weiter angespannt und stellt vor allem unsere Industrie vor große Herausforderungen. Doch es gibt auch einige Branchen, wie etwa das Gesundheitswesen oder die Baubranche, in denen wir ein leichtes Stellenplus verzeichnen können. Zugleich machen sich auch die Auswirkungen des demographischen Wandels am Arbeitsmarkt zunehmend bemerkbar. “Mit Blick auf die Arbeitsmarktpolitik kündigt die Ministerin an:„Als Bundesregierung investieren wir in Qualifizierung und Weiterbildung, um Menschen, deren Arbeitsplatz bedroht ist, dabei zu unterstützen, in einem anderen Bereich Fuß zu fassen. In Zukunft müssen wir uns auch noch stärker um junge Menschen ohne Berufs- oder Schulabschluss kümmern. Kein Jugendlicher darf beim Übergang in das Berufsleben verloren gehen. Denn gut ausgebildete Arbeitskräfte sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. “Ausländische Beschäftigte stabilisieren den deutschen ArbeitsmarktNoch deutlicher wird die strukturelle Entwicklung bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Im April sank sie saisonbereinigt um 5. 000 auf 34,84 Millionen Beschäftigte. Dass die Gesamtbeschäftigung dennoch nahezu stabil bleibt, ist vor allem auf die steigende Erwerbstätigkeit ausländischer Arbeitnehmer zurückzuführen. Mit 5,97 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreichte ihre Zahl einen neuen Höchststand. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 188. 000 Personen. Ohne diesen Zuwachs wäre die Beschäftigung in Deutschland bereits seit Längerem deutlich rückläufig. Der demografische Wandel verändert damit zunehmend die Struktur des Arbeitsmarktes. Internationale Arbeitsmigration entwickelt sich von einer ergänzenden Größe zu einer tragenden Säule der Beschäftigungsentwicklung. Qualifizierung allein löst das Wachstumsproblem nichtDie Bundesregierung setzt auf Weiterbildung und Qualifizierung, um Beschäftigte beim Wechsel in neue Tätigkeitsfelder zu unterstützen. Das ist arbeitsmarktpolitisch sinnvoll. Ökonomisch reicht dieser Ansatz jedoch nicht aus. Denn die derzeitige Schwäche des Arbeitsmarktes ist vor allem Ausdruck einer anhaltenden Investitions- und Wachstumsschwäche. Weiterbildung kann Qualifikationen anpassen, ersetzt aber weder private Investitionen noch eine steigende Nachfrage nach Arbeitskräften. Ohne neue Wachstumsimpulse droht sich der Strukturwandel weiter zu verlangsamen. Deutschlands Arbeitsmarkt steht vor einer strukturellen BewährungsprobeDie Juni-Daten zeigen keinen dramatischen Einbruch. Sie dokumentieren jedoch einen Arbeitsmarkt, dessen Anpassungsfähigkeit schwindet. Geringe Entlassungszahlen verdecken, dass Unternehmen nur zögerlich neue Stellen schaffen und Arbeitslose immer schwerer in Beschäftigung zurückfinden. Die eigentliche Herausforderung liegt deshalb nicht in der aktuellen Arbeitslosenquote. Entscheidend ist, ob Deutschland wieder ein Umfeld schafft, in dem Investitionen, Produktivität und Beschäftigung gleichzeitig wachsen. Solange diese Dynamik ausbleibt, bleibt der Arbeitsmarkt stabil – aber zunehmend unbeweglich. Genau darin liegt das größere ökonomische Risiko. LESEN SIE AUCHUnsere Themen im ÜberblickInformieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche. ThemenweltPraxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag. WirtschaftAnalysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen. ManagementStrategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung. RechtWichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick. FinanzenNeuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt. AssekuranzAktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche. Mehr zum ThemaDie neue Ausgabe kostenlos im KioskWerfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. 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Quelle: letsgojapan.com

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