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Die Flüsse sind Lebensadern unserer Wirtschaft. Jetzt brauchen sie Hilfe.

Es ist so paradox wie bezeichnend: Die Binnenschifffahrt ist eine besonders klimafreundliche Form des Transports, doch durch den Klimawandel geht ihr das Wasser aus. Im Kampf gegen den weltweiten Anstieg der. . .

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Die Flüsse sind Lebensadern unserer Wirtschaft. Jetzt brauchen sie Hilfe.

Es ist so paradox wie bezeichnend: Die Binnenschifffahrt ist eine besonders klimafreundliche Form des Transports, doch durch den Klimawandel geht ihr das Wasser aus. Im Kampf gegen den weltweiten Anstieg der Temperaturen, von dem trotz deranhaltenden Dürrekaum mehr die Rede ist, wäre es wichtig, möglichst viel Frachtgut von der Straße auf Flüsse und Kanäle zu bekommen. Dieses Ziel ist aber massiv gefährdet, weil die Binnenschifffahrt derzeit die Folgen der vom Menschen verursachten Erderwärmung heftig zu spüren bekommt. Hitze und ausbleibender Regen sorgen für Niedrigwasser und bedrohen den Betrieb der deutschen und europäischen Wasserstraßen. Historisch niedrige Pegelstände der Lebensadern unserer ohnehin schon kriselnden Industrie stellen die Binnenschifffahrt vor gewaltige Herausforderungen. Es drohen desaströse Folgen für Wirtschaft und Verbraucher, die über steigende Preise für viele Waren die Zeche zahlen. Die Wasserwege - so marode wie das Schienennetz und die AutobahnenPotenziert werden die Auswirkungen der Dürre durch marode Wehre, Schleusen und Fahrrinnen. Das Wasserstraßennetz leidet unter einem ähnlichen jahrzehntelangen Sanierungs- und Investitionsstaustau wie Straßen- und Schienen. Kein Weg führt also daran vorbei, dass die Infrastruktur an Rhein, Main und Donau, an vielen anderen Flüssen und Kanälen grundlegend ertüchtigt wird. Ja, das wird teuer. Doch die Ausgaben rentieren sich doppelt. Für die Wirtschaft und das Klima. Weil dieses Dauer-Desaster den Normalbürger aber kaum betrifft, keine nervigen Baustellen-Staus und unpünktliche Züge verursacht, hat die Politik das Thema bislang viel zu wenig auf dem Schirm. Ein großer Fehler. Denn ein typischer Flusskahn kann so viel transportieren, wie vierzig LKW oder ein ganzer Güterzug. Pro geladener Tonne und zurückgelegtem Kilometer verbraucht der Transport auf dem Fluss nur etwa ein Drittel des Kraftstoffs, den ein Laster verbrennt. Auch das Reisen auf dem Fluss ist in GefahrÜbrigens sind auch die beliebtenFlusskreuzfahrtendurch den Wassermangel gefährdet. Diese vergleichsweise nachhaltige Form des Reisens hat viele Anhänger. Wer eine Reise auf Rhein oder Donau gebucht hat, muss aktuell damit rechnen, dass der Streckenverlauf den niedrigen Pegelständen angepasst wird. Manche Fahrt, etwa auf der Donau zum Schwarzen Meer, fällt ganz ins Wasser - auch wenn die Formulierung in diesem Zusammenhang so gar nicht passen will. Wenn klimafreundliche Transporte und Reisen auf den heimischen Binnengewässern auch künftig möglich sein sollen, muss die Politik jetzt handeln.

Quelle: allgaeuer-anzeigeblatt.de

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