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Die Wirtschaft in Osteuropa läuft auch 2026 weit besser als im. . .

Ein Krieg wirft die Konfliktparteien in ihrer Entwicklung zurück. Natürlich können gesteigerte Militärausgaben temporär einen Konjunkturschub bringen. Aber früher oder später kommt es – abgesehen vom. . .

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Die Wirtschaft in Osteuropa läuft auch 2026 weit besser als im. . .

Ein Krieg wirft die Konfliktparteien in ihrer Entwicklung zurück. Natürlich können gesteigerte Militärausgaben temporär einen Konjunkturschub bringen. Aber früher oder später kommt es – abgesehen vom menschlichen Leid – wirtschaftlich zu einem Stillstand oder eben auch Rückschritt. Und wenn der Krieg lange dauert, dann umso mehr. Auch das geht aus der neuen Sommerprognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) hervor. Und noch vieles anderes mehr. Vom Rückschritt betroffen ist mittlerweile ganz klar Russland. Aber eben auch die seit viereinhalb Jahren von Russland angegriffene Ukraine. Beide Länder nämlich haben das Auftaktquartal 2026 mit einer rückläufigen Wirtschaft begonnen – Russland mit einer Kontraktion von 0,2 Prozent, die Ukraine mit minus 0,5 Prozent. Maue PrognosenAusgehend davon hat das WIIW denn auch die Prognosen für das Gesamtjahr aktualisiert: Für Russland nimmt man nun überhaupt nur noch 0,6 Prozent Wachstum an – um 0,3 Prozentpunkte weniger als in der Frühjahrsprognose. Und das, nachdem Russlands Wirtschaft schon 2025 auf 1,0 Prozent, und damit de facto auf Stagnationsniveau, abgebremst hatte. Für die Ukraine 2026 bleibt das WIIW immerhin bei einem Prozent Wirtschaftswachstum, nachdem dieses im vergangenen Jahr auf nur noch plus 1,8 Prozent abgeflaut war. Mehr dazuDemgegenüber ist das Wachstum in den übrigen Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas – mit wenigen Ausnahmen – „weiterhin robust“, wie das WIIW in seiner Aussendung festhält. Und zwar ungeachtet der Tatsache, dass „der Energiepreisschock durch den vorläufig beendeten Krieg im Nahen Osten die Inflation in die Höhe getrieben hat und das internationale Umfeld schwierig bleibt“. Robuste VolkswirtschaftenDas gilt sowohl für die sechs Westbalkanstaaten, die dieses Jahr im Schnitt mit 2,5 Prozent zulegen dürften, inklusive Türkei mit einem erwarteten Wachstum von 3,3 Prozent als auch für die elf osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten. Diese sollten im Gesamtjahr laut WIIW-Schätzung im Schnitt mit 2,2 Prozent steigen, was drei Mal so viel ist wie in der Eurozone (+0,7 Prozent). Die gute Prognose setze jedoch voraus, dass „der Konflikt mit dem Iran nicht neuerlich eskaliert, die Straße von Hormus offenbleibt und sich die Energiemärkte normalisieren“, erklärt Richard Grieveson, stellvertretender Direktor des WIIW. Ungetrübt freilich ist die Situation auch in diesen Ländern nicht. Das WIIW spricht von strukturellen Problemen wie dem Verlust von Wettbewerbsfähigkeit in der Industrie, zunehmender Konkurrenz aus China und rückläufigen ausländischen Direktinvestitionen. Die stark mit Deutschland verflochtene Industrie leide unter der „Krise des produzierenden Sektors in der Bundesrepublik“. Und „getragen wird das Wachstum dort in erster Linie vom privaten Konsum, der sich durch die starken Reallohnsteigerungen der letzten Jahre sehr positiv entwickelt hat, auch wenn sich diese Dynamik nun abschwächt“, erklärt Grieveson. Polen und RumänienOsteuropa ist natürlich kein Monolith, sondern eine Region sehr heterogener Länder und Volkswirtschaften. Auch die elf EU-Mitglieder unter ihnen zeigen teilweise höchst unterschiedliche Dynamiken. Positiv ragt einmal mehr Polen mit nun erwarteten 3,7 Prozent BIP-Wachstum im laufenden Jahr heraus. Demgegenüber wird das bereits in den vergangenen beiden Jahren schwächelnde Rumänien 2026 das Schlusslicht bilden, indem es in eine leichte Rezession (-0,1 Prozent) schlittern dürfte. Das WIIW erklärt dies mit „dem harten Sparkurs der Regierung nach den hohen Budgetdefiziten der Vorjahre und der politischen Krise. “ Rumänien kämpft dagegen an, doch die Maßnahmen haben Nebeneffekte: so hat die vorjährige Erhöhung der Umsatzsteuer die Inflation zwischen August 2025 und Februar 2026 auf durchschnittlich 8,5 Prozent getrieben. Durch den anschließenden Preisschock infolge des Iran-Kriegs stieg die Teuerung im April auf 9,5 und im Mai sogar auf 10,7 Prozent. Immerhin scheint das Schlimmste vorbei zu sein: Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2026 zum zweiten Mal in Folge, und zwar um 1,5 Prozent geschrumpft war, wird für das zweite Halbjahr ein Ende der Rezession prophezeit. Polen hatte auch durch den Iran-Krieg kein signifikantes Inflationsproblem. Und ein Wachstumsproblem ohnehin nicht. Hohe Binnennachfrage, niedrige Zinsen, von der EU finanzierte Investitionen nennt das WIIW als Konjunkturstützen und erwartet nun für die nächste Zeit eine noch schnellere Inanspruchnahme von EU-Mitteln. Ungarn steht aufGemessen an der Wachstumsgeschwindigkeit 2026 können es mit Polen laut WIIW höchstens Albanien (3,6 Prozent), Kosovo (3,3 Prozent) und Kasachstan (4,5 Prozent) aufnehmen. Alle anderen stehen zurück. Darunter auch Ungarn mit einem erwarteten Wachstum von 1,7 Prozent, das sich 2027 allerdings auf bereits 2,6 Prozent steigern sollte. Hier geht die Entwicklung also allemal steil nach oben, hatte doch das BIP in den vergangenen Jahren kaum noch zugelegt. Das WIIW benennt den Regierungswechsel als den großen wirtschaftlichen Gamechanger. „Damit dürfte das Land die bleiernen Orbán-Jahre hinter sich lassen“, so die Erklärung. Mehr dazuPrognosen für die UkraineOb es allerdings auch mit der Ukraine, die derzeit stark von westlicher Hilfe lebt, schon bald wieder nach oben geht, hängt von der Entwicklung des Ukraine-Krieges und einem möglichst baldigen Wiederaufbau ab. Grundsätzlich traut ihr das WIIW nächstes Jahr ein BIP-Wachstum von 2,5 Prozent und 2027 plus 3,4 Prozent zu. „In den kommenden Jahren wird das Wachstum aber nur dann zulegen können, wenn der Krieg mit Russland deeskaliert und schließlich zu für die Ukraine günstigen Bedingungen beendet werden kann“, erklärt Olga Pindyuk, Ukraine-Expertin des WIIW. Phänomen RusslandDie prognostizierten Wachstumsraten für Russland 2027 und 2028 sind übrigens nur halb so hoch wie die für die Ukraine. Die Investitionen seien drastisch gefallen, die Energieinfrastruktur wie in der Ukraine schwer beschädigt, die günstige Phase des hohen Ölpreises durch den Iran-Krieg bereits wieder vorbei, erklärt Vasily Astrov, Russland-Experte am WIIW. Die Stagnation führt Astrov übrigens vorwiegend auf den hohen Leitzins von immer noch 14,25 Prozent zurück. „Wenn man die Militärausgaben nicht kürzt, ist kein Wachstum in Sicht“, sagte indes Oleg Vjugin, ehemaliger Vizechef der russischen Zentralbank, im Gespräch mit der „Presse“: „Ohne Konflikt könnte Russland wirtschaftlich weiter sein. “

Quelle: diepresse.com

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