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„Dramatisch“: Warum das Niedrigwasser am Rhein die deutsche Wirtschaft trifft

Am Mittwoch ist der Rheinpegel Kaub um 21 Uhr abends auf 17 Zentimeter gefallen, der niedrigste bislang gemessene Wert an der wichtigsten Engstelle des Flusses. Die Auswirkungen des niedrigen Wasserstands. . .

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„Dramatisch“: Warum das Niedrigwasser am Rhein die deutsche Wirtschaft trifft

Am Mittwoch ist der Rheinpegel Kaub um 21 Uhr abends auf 17 Zentimeter gefallen, der niedrigste bislang gemessene Wert an der wichtigsten Engstelle des Flusses. Die Auswirkungen des niedrigen Wasserstands seien enorm, sagt der Ökonom Simon Gerards Iglesias vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Das werde „dramatische“ Folgen für die deutscheWirtschafthaben. Gerade in den am Rhein liegenden Bundesländern bezögen sehr viele Unternehmen ihre Güter, Rohstoffe und Vorprodukte über den Fluss. „Für ein Unternehmenwie BASF ist es lebensnotwendig, dass ein Rhein als Wasserstraße funktioniert, wenn es um 40 Prozent seiner Produkte hierüber abfertigt“, sagte Iglesias imZDF-Morgenmagazin. Niedrigwasser in Deutschland legt Schwächen bei Wasserstraßen offenDas Niedrigwasser zeige außerdem, „dass wir doch nicht so resilient sind, dass wir in Krisensituationen schneller auf andere Verkehrsträger zum Beispiel switchen könnten“. Bei den Wasserstraßen habe man - wie bei allen Verkehrswegen in Deutschland - das Problem,dass sie jahrzehntelang vernachlässigt wurden– die Wasserstraßen noch ein Stück stärker als Schiene und Straße. Was das im Betrieb bedeutet, beschreibt der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB): Je nach Ladung und Fahrtgebiet sind Schiffe derzeit mit weniger als einem Viertel der üblichen Zuladung unterwegs. Die Fracht muss auf mehrere Schiffe verteilt werden, der Transport wird teurer. Der Chemieverband VCI warnt bereits vor Produktionseinschränkungen. Budenheim bleibt Engpass für Schifffahrt am RheinBDB-Geschäftsführer Jens Schwanen verweist auf ein Nadelöhr zwischen Budenheim und St. Goar. Dort ist die Fahrrinne mit 1,90 Metern zwanzig Zentimeter flacher als ober- und unterhalb. Die Vertiefung des Abschnitts steht seit dem Bundesverkehrswegeplan 1992 als vordringlicher Bedarf auf dem Papier. Aus dem letzten extremen Niedrigwasser am Rhein 2018 wurden Lehren gezogen. Der Aktionsplan Niedrigwasser Rhein, 2019 von Verkehrsministerium, Schifffahrt und Industrie unterzeichnet, brachte deutlich bessere Pegelprognosen: Sie reichen heute teils sechs Wochen voraus. Unternehmen können Lieferungen vorziehen und Lager füllen, bevor der Fluss fällt. Vorbereitet ist die Branche also besser als damals, an die Grenze kommt sie trotzdem. Kurzfristig könne man nicht viel gegen die Folgen tun, sagt Gerards Iglesias. Man könne Felsen beseitigen, die jetzt für Engpässe sorgen. Für eine wirkliche Veränderung brauche es eine „Korridorsanierung“ des Rheins, ähnlich wie bei der Bahn. Lange Genehmigungs- und Prüfverfahren aber verhinderten die Modernisierung. Regen ist vorerst nicht in Sicht. Eine tiefere Fahrrinne auch nicht. (mit dpa)

Quelle: augsburger-allgemeine.de

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