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Drei Brauereien pleite in zehn Tagen – deutsche Wirtschaft erlebt ihre schlimmste Krise seit zwei Jahrzehnten

Mannheim24Politik & WirtschaftÜber 2000 Firmen pleite in einem Monat: Deutschland erlebt höchste Insolvenz-Welle seit 20 JahrenStand:11. 07. 2026, 06:28 UhrKommentareUns auf Google folgenIm April 2026. . .

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Drei Brauereien pleite in zehn Tagen – deutsche Wirtschaft erlebt ihre schlimmste Krise seit zwei Jahrzehnten

Mannheim24Politik & WirtschaftÜber 2000 Firmen pleite in einem Monat: Deutschland erlebt höchste Insolvenz-Welle seit 20 JahrenStand:11. 07. 2026, 06:28 UhrKommentareUns auf Google folgenIm April 2026 gingen über 2000 Unternehmen in Deutschland pleite – das ist ein 20-Jahres-Rekord. Drei Branchen trifft es besonders hart. Berlin – Mehr als 2000 Firmen in einem einzigen Monat: Die Pleitewelle in Deutschland rollt auf einem historisch hohen Niveau weiter und zeigt bislang keine Anzeichen einer Trendwende. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) haben die deutschen Amtsgerichte im April 2026 insgesamt2276 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Das entspricht einem Anstieg von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für das gesamte erste Quartal lag der Anstieg im Jahresvergleich bei 6,5 Prozent. In Deutschland meldeten allein im April 2026 mehr als 2200 Unternehmen Insolvenz an. Die Pleitewelle erfasst zahlreiche Branchen gleichzeitig. (Archivbild) © Julian Stratenschulte/dpaDas Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat für das zweite Quartal 2026 insgesamt 4996 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften gezählt. Das ist laut IWH der höchste Wert seit 21 Jahren, genauer gesagt seit dem zweiten Quartal 2005. Allein im Juni 2026gingen 1702 Unternehmen in die Insolvenz, ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für Januar bis April 2026 summiert sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf 8551 Fälle, 6,7 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Dabei beliefen sich die Forderungen der Gläubiger laut Statistischem Bundesamt auf rund 13,9 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor lagen sie noch bei 22,5 Milliarden Euro. Dieser Rückgang, so Destatis, liegt daran, dass in den ersten vier Monaten 2025 mehr wirtschaftlich bedeutende GroßunternehmenInsolvenzbeantragt hatten als im gleichen Zeitraum 2026. Über 2000 Firmen melden Insolvenz in einem Monat – Verkehr und Logistik als häufigster SektorBezogen auf je 10. 000 Unternehmen verzeichnete der Bereich Verkehr und Lagerei mit 43,9 Fällen die höchste Insolvenzhäufigkeit im laufenden Jahr bis einschließlich April 2026. Damit stehtdie Transportbranche vor besonders großen Herausforderungen. Gestiegene Kraftstoffkosten, der Fachkräftemangel und sinkende Margen im Güterverkehr haben viele Logistikunternehmen in eine schwierige Lage gebracht. Knapp dahinter folgen das Gastgewerbe mit 41,2 Insolvenzen je 10. 000 Unternehmen und das Baugewerbe mit 35,6 Fällen. Hotels, Restaurants und Cafés kämpfen seit Jahren mit hohen Energiepreisen, gestiegenen Lebensmittelkosten und einem veränderten Konsumverhalten. Viele Betriebe, diewährend der Pandemiejahre staatliche Hilfen erhalten hatten, stehen nun ohne dieses Sicherheitsnetz da. Im Baugewerbe machen neben den hohen Materialkosten auch stark gestiegene Zinsen zu schaffen, die die Investitionsbereitschaft bei Neubauprojekten deutlich gedämpft haben. Solarbranche und Brauereien als weitere VerliererNeben den drei in der offiziellen Statistik besonders hervorstechenden Sektoren geratenauch andere Branchen ins Blickfeld. In der Photovoltaikbranche steigt die Zahl der Insolvenzen seit Anfang 2026 rasant. Hohe Produktionskosten, der Preisverfall bei Solarmodulen durch günstige Importe aus Fernost sowie volatile Energiemärkte setzen vor allem kleinere und mittlere Installationsbetriebe stark unter Zugzwang. NamhafteUnternehmen wie Meyer Burgerhaben ihre deutschen Tochtergesellschaften in die Insolvenz geführt. Auch die Energiebau Solarstromsysteme GmbH aus Köln sowie weitere PV-Firmen mussten Insolvenz anmelden. Ebenso besorgniserregend istdie Lage in der deutschen Brauwirtschaft. Kaum vergeht ein Monat ohne eine neue Insolvenz eines Traditionsbetriebs. Im Juni 2026 meldeten binnen zehn Tagen gleich drei Brauereien Insolvenz an, darunter die Aktienbrauerei Kaufbeuren mit einer Geschichte, die bis ins Jahr 1308 zurückreicht. Laut dem Deutschen Brauer-Bund mussten in den vergangenen sechs Jahren bis April 2026 insgesamt 137 Brauereien in Deutschland aufgeben. Warum die offizielle Statistik nur ein Teil des Bildes zeigtBei der Einordnung der Zahlen ist ein technischer Aspekt wichtig: Die Insolvenzen fließen laut Statistischem Bundesamt erst nach der ersten Entscheidung des jeweiligen Insolvenzgerichts in die Statistik ein. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor. Die aktuell gemeldeten Zahlen spiegeln also die Lage vom Frühjahr 2026 wider, nicht die der vergangenen Wochen. Das IWH rechnet für das dritte Quartal 2026 weiterhin mit hohen Insolvenzzahlen. Eine echte Trendwende ist nach Einschätzung von Fachleuten bislang nicht in Sicht. Unddie Folgen treffen nicht nur die betroffenen Unternehmen selbst. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) zahlte 2024 rund 1,6 Milliarden Euro Insolvenzgeld an Beschäftigte insolventer Firmen. Das war nahezu das Niveau des Krisenjahres 2009. Für 2026 werden laut der Insolvenzverwalter-Datenbank bis zu 1,8 Milliarden Euro erwartet. Für Gläubiger sind die Aussichten nüchtern: Bei abgeschlossenen Verfahren erhielten sie im Schnitt nur 3,9 Prozent ihrer Forderungen zurück, bei Unternehmensinsolvenzen waren es 6,2 Prozent. (Quelle: dpa)(ls)

Quelle: mannheim24.de

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