„Explosive Lage“ für Putin: Ukraine-Drohnen setzen Russlands Wirtschaft in Flammen
StartseitePolitikZweiter Drohnen-Treffer in drei Tagen: Ukraine trifft Moskauer Raffinerie erneutStand:18. 06. 2026, 11:39 UhrKommentareUns auf Google folgenRusslands Wirtschaft steht im Ukraine-Krieg seit. . .

StartseitePolitikZweiter Drohnen-Treffer in drei Tagen: Ukraine trifft Moskauer Raffinerie erneutStand:18. 06. 2026, 11:39 UhrKommentareUns auf Google folgenRusslands Wirtschaft steht im Ukraine-Krieg seit Monaten im Visier von Angriffen. Nun gab es einen weiteren Schlag bei Moskau. Die Auswirkungen setzen Putin unter Druck. Moskau – In den frühen Morgenstunden des 18. Juni 2026 wurde die Moskauer Ölraffinerie im Stadtteil Kapotnja erneut von ukrainischen Drohnen getroffen. Es war der zweite Angriff auf die Anlage innerhalb von nur drei Tagen. Bereits am 16. Juni hatten ukrainische Langstreckendrohnen die Raffinerie beschädigt und den Betrieb vorübergehend zum Stillstand gebracht. Nun brannten erneut mehrere Teile des Geländes lichterloh. Dichte schwarze Rauchwolken stiegen über der russischen Hauptstadt auf und waren aus weiten Teilen der Stadt sichtbar. Der Angriff reiht sich ein in die gegenwärtige Strategie Kiews, imUkraine-Kriegmit gezielten Angriffen auf Russlands Wirtschaft den Druck aufWladimir Putinzu erhöhen. Ein ukrainischer Soldat des Verteidigungsnachrichtendienstes bereitet den Start der Langstreckendrohne An-196 Ljutyj an einem ungenannten Ort in der Ukraine vor. Nun gibt es einen neuen Angriff auf Russlands Wirtschaft. (Archivbild) © Evgeniy Maloletka/AP/dpaMoskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin bestätigte den Angriff in den frühen Morgenstunden. Die Luftverteidigung habe einen „massiven“ Drohnenangriff abgewehrt und 52 Drohnen abgefangen, schrieb er. Dennoch seien mehrere Drohnen durchgebrochen. „Mehrere Drohnen haben es bis zur Moskauer Ölraffinerie geschafft. Maßnahmen zur Schadensbegrenzung werden ergriffen“, so Sobjanin über die aktuellen Angriffe auf Russlands Wirtschaft. Notfallkräfte seien an den Einschlagstellen im Einsatz. Zudem meldete er „geringfügige Schäden“ an einem Gebäude des Einkaufszentrums Sadovod im Südosten der Stadt. Über Opfer wurde zunächst nicht berichtet. Russlands Wirtschaft im Flammen: Kiew nimmt Ölraffinerie bei Moskau ins VisierAuf Videoaufnahmen, die Anwohner in sozialen Netzwerken verbreiteten, sind Feuer und Explosionen an mehreren Stellen der Raffinerie zu sehen. Der unabhängige russische Telegram-Kanal Astra zählte nach einer Analyse von Open-Source-Daten mindestens fünf Brandstellen auf dem Gelände alsErgebnis des Angriffs auf Russlands Wirtschaft. Auch der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, meldete Schäden: Ein mehrstöckiges Wohnhaus im Bezirk Zhukovsky sei beschädigt worden, die Bewohner seien evakuiert worden. In Lyubertsy wurden ein Fitnessstudio, ein Einkaufszentrum sowie eine Industriezone durch Drohnentrümmer beschädigt. Ob die Berichte zutreffen, konnte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifiziert werden. Die Raffinerie in Kapotnja liegt nur rund 15 Kilometer vom Kreml entfernt und zählt zu den strategisch bedeutsamsten Energieanlagen der russischen Wirtschaft. Sie versorgt rund 40 Prozent des Moskauer Kraftstoffmarkts mit Benzin und liefert den Großteil des Dieselkraftstoffs für die Region. Ferner beliefert sie alle vier großen Moskauer Flughäfen mit Kerosin und verfügt über eine Verarbeitungskapazität von mehr als zwölf Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr. Infolge des Angriffs auf Russlands Wirtschaft wurden vorübergehend Flugbeschränkungen an den Moskauer Flughäfen Vnukovo, Scheremetjewo und Zhukovsky verhängt. Der Angriff vom 16. Juni hatte bereits die Primärdestillationseinheit ELOU-AVT-6 beschädigt und die Raffinerie zur vorübergehenden Einstellung des Betriebs gezwungen. Ein früherer ukrainischer Angriff vom 17. Mai hatte ebenfalls die Produktion lahmgelegt. Parallel zur Attacke auf Moskau griffen ukrainische Drohnen in der Nacht auch ein Öldepot in der Stadt Gukovo in der Oblast Rostow an. Der Gouverneur der Region, Juri Sljusar, meldete dabei einen Toten und zwei Verletzte sowie Schäden an einer Lokomotive und „zwei gewerblichen Einrichtungen“. Ukraine-Krieg: Gezielte Schläge gegen Russlands WirtschaftDie gezieltenSchläge gegen Russlands Wirtschaft im Ukraine-Kriegtreffen das Land in einer labilen Phase. Laut einem neuen Bericht aus Kreisen europäischer Geheimdienste, der derFAZvorliegt, befindet sich Russlands Wirtschaft infolge der Kriegswirtschaft in einer „explosiven Lage“. Ein „ökonomischer Schock wie beispielsweise ein ehrgeiziges Sanktionspaket gegen die Banken oder ein dauerhafter Einbruch der Ölpreise“ könne wie ein Auslöser wirken, heißt es darin. Besonders der Bankensektor gilt als gefährdet: Die Bilanzen seien „künstlich aufgebläht“, Banken hätten unter Kreml-Druck Vorzugskredite an Rüstungsunternehmen mit „kolossalem Finanzbedarf“ vergeben. Die Moskauer Regierung selbst geht mittlerweile offiziell von mindestens zwei Jahren Stagnation aus und hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 0,4 Prozent gesenkt. Die Angriffe auf russische Energieinfrastruktur fügen sich in eine intensivierte ukrainische Langstreckenkampagne ein. Russland hat als Reaktion seine Luftverteidigung in der Hauptstadt verstärkt und neue Pantsir-SMD-E-Systeme auf den Dächern ziviler Gebäude in Moskau installiert. Die Maßnahmen konnten ukrainische Drohnen jedoch nicht davon abhalten, die Stadt innerhalb einer Woche zweimal zu treffen. Als Folge der Angriffe hat sich in Russland inzwischen der Treibstoffmangel verschärft. Laut der unabhängigen RechercheplattformAgentstwoist an jeder vierten Tankstelle in dem Land der Verkauf von Kraftstoffen eingeschränkt worden. Etwa 7000 Stationen hätten entsprechende Limits verhängt. Russlands Wirtschaft: Putin gerät wegen neuer Sanktionen unter DruckErschwerend kommt hinzu, dass westliche Staaten weiter den Druck auf Wladimir Putin erhöhen und mit Sanktionen Russlands Wirtschaft ins Visier nehmen. Die USA und die anderen G7-Staaten erklärten im Rahmen des jüngsten Gipfels, dass Maßnahmen, die auch auf den Öl- und Gassektor Russlands abzielen, verschärft werden sollen. Zudem habe man vereinbart, die Lieferung von weitreichenden Waffen und Luftverteidigungskapazitäten auszuweiten, wie aus einer Absichtserklärung hervorgeht. In den vergangenen Tagen ist zudem die Ausnahmeregelung zu gelockerten US-Sanktionen gegen russisches Öl abgelaufen. Dieser Umstand könnte Russlands Wirtschaft perspektivisch weiter unter Druck setzen. In der Nacht zu Mittwoch (US-Ortszeit) endete die im entsprechenden Dokument des US-Finanzministeriums festgelegte Periode, innerhalb der Sanktionen auf Eis gelegt waren. Es blieb unklar, ob die USA eine weitere Verlängerung der Ausnahme planen. US-Präsident Donald Trump hatte auf dem G7-Gipfel am Genfersee in Aussicht gestellt, dass die USA zu Öl-Sanktionen gegen Russland, die auf Eis gelegt worden waren, zurückkehren. (Quellen: Ukrainska Pravda, Kyiv Independent, FAZ, dpa)(fbu)