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Pistorius-Knall bei der Bundeswehr: Arbeitgeber müssen Reservisten ziehen lassen – Wirtschaft mit Kritik

kurierverlag-dePolitikBundeswehr schafft „doppelte Freiwilligkeit“ ab – Unternehmen müssen Reservisten jetzt ziehen lassenStand:01. 07. 2026, 12:54 UhrKommentareBei den Bundeswehr-Plänen von Pistorius spielen. . .

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Pistorius-Knall bei der Bundeswehr: Arbeitgeber müssen Reservisten ziehen lassen – Wirtschaft mit Kritik

kurierverlag-dePolitikBundeswehr schafft „doppelte Freiwilligkeit“ ab – Unternehmen müssen Reservisten jetzt ziehen lassenStand:01. 07. 2026, 12:54 UhrKommentareBei den Bundeswehr-Plänen von Pistorius spielen Reservisten eine wichtige Rolle. Künftig sollen sie – anders als zuvor – zu Wehrübungen verpflichtet werden können. Berlin – VerteidigungsministerBoris Pistorius(SPD) plant eine tiefgreifende Reform des Reservistendienstes. Dazu soll am Mittwoch das „Reservestärkungsgesetz“ ins Kabinett kommen. Künftig sollen Reservistinnen und Reservisten nicht mehr ausschließlich auf freiwilliger Basis üben –das Prinzip der „doppelten Freiwilligkeit“ soll abgeschafft werden. Der Bundestag wird sich allerdings erst nach der Sommerpause mit den Pistorius-Plänen befassen. Verteidigungsminister Pistorius spricht bei einem Besuch bei der Bundeswehr mit Soldaten. (Archivfoto) © Philipp Schulze/dpaBislang durften Reservistinnen und Reservisten nur dann zur Übung herangezogen werden, wenn sowohl sie selbst als auch ihre Arbeitgeber zustimmten. Dieses Prinzip habe 2011 nach Aussetzung derWehrpflichtgegolten, schreibttagesschau. de. Künftig soll eine Verpflichtung grundsätzlich möglich sein, auch wenn Arbeitgeber sich lediglich äußern und eine Rückstellung beantragen können. Ebenso sollen betroffene Reservistinnen und Reservisten selbst Anträge auf Zurückstellung stellen dürfen – etwa aus familiären oder beruflichen Gründen. Härte- und Sonderfälle bleiben ausgenommen. Pistorius will Bundeswehr-Reservisten einberufen: Wer künftig üben sollNach Angaben der NachrichtenagenturAFPsollen Personen, die mindestens sechs Monate freiwilligen Wehrdienst geleistet haben, künftig bis zum 45. Lebensjahr an Reserveübungen teilnehmen müssen. Wer ein Jahr oder länger als Berufs- oder Zeitsoldat in derBundeswehrdiente, soll bis zum 65. Lebensjahr der neuen Verpflichtung unterliegen. Wer weniger als sechs Monate Wehrdienstzeit vorweisen kann, ist von der Pflicht ausgenommen. Im Spannungs- oder Verteidigungsfall soll sogar eine generelle Dienstpflicht bis zum 60. Lebensjahr gelten, berichtet dieTagesschau. Freiwillige Einsätze sollen weiterhin bis zum 65. Lebensjahr möglich sein – in Einzelfällen, etwa bei erfahrenen Reservistinnen und Reservisten, sogar bis 68 Jahre. Beruflicher Schutz und finanzielle Absicherung: Das gilt für Bundeswehr-ReservistenWährend der Reservedienste sollen Reservistinnen und Reservisten weiterhin abgesichert bleiben. Eine Kündigung aus Anlass einer Übung bleibt verboten; zudem wird die Zeit auf Betriebszugehörigkeit und Rentenversicherung angerechnet,berichtet dieAFP. Nichtselbstständige erhalten bis zu 301 Euro Verdienstausfall pro Tag, Selbstständige bis zu 430 Euro. Die Krankenversicherung ruht während der Übungszeit, dafür besteht Anspruch auf unentgeltliche truppenärztliche Versorgung. Die Dauer der verpflichtenden Übungen orientiert sich an der bisherigen Wehrdienstzeit. Wer bis zu ein Jahr Wehrdienst leistete, soll maximal sechs Monate in der Reserve üben – verteilt auf höchstens drei Wochen pro Jahr. Bei bis zu vier Jahren früherer Wehrdienstzeit beträgt die maximale Gesamtdauer der Übungen ebenfalls sechs Monate, allerdings höchstens vier Wochen pro Jahr. Ab längerer aktiver Dienstzeit erhöht sich die Pflichtzeit auf bis zu zwölf Monate – mit maximal zwölf Wochen jährlicher Übungsdauer. Im Spannungs- oder Verteidigungsfall entfallen diese Obergrenzen. Wirtschaft kritisiert Bundeswehr-Pläne: „Wären dafür, mit Freiwilligkeit zu starten“Seit der Gesetzentwurf im Mai bekannt wurde, kommt Kritik aus der Wirtschaft. Rainer Kambeck von der Deutschen Industrie‑ und Handelskammer (DIHK) begrüße zwar grundsätzlich das Ziel, die Reserve zu stärken – und auch ein neues Gesetz dazu –, halte aber die Abschaffung der „doppelten Freiwilligkeit“ für falsch. Wörtlich sagte Kambeck derTagesschau: „Wir wären dafür, mit Freiwilligkeit zu starten, das haben wir beim Wehrdienstmodernisierungsgesetz auch so gemacht. Es geht ja auch darum, dass man möglichst viele Unternehmen mitnimmt und für sich gewinnt in der Gesamtstrategie. “Er argumentierte weiter, man könne – wie beim neuen Wehrdienst – nach einigen Jahren auswerten, ob sich die Zahl der Interessierten nicht auch ohne Pflicht deutlich erhöhen lasse. Damit steht die Wirtschaft einer verpflichtenden Reserve eher skeptisch gegenüber. Sie setzt eher darauf, dass Freiwilligkeit und gute Kommunikation ausreichen, um neue Kräfte für die Reserve zu gewinnen. Pistorius’ Ziel: 200. 000 einsatzbereite Reservisten für die BundeswehrHintergrund der Reform ist auch die europäische Sicherheitslage. Laut derAFPmüsste die Bundeswehr im Krisen- oder Kriegsfall rund 460. 000 Einsatzkräfte stellen, um dieNATO-Ziele zu erfüllen – darunter 260. 000 aktive Soldatinnen und Soldaten und bis 2035 rund 200. 000 einsatzbereite Reservistinnen und Reservisten. DerTagesschauzufolge verfügte die Bundeswehr Ende Mai über rund 185. 600 aktive Soldatinnen und Soldaten – darunter gut 25. 000 Frauen. Etwa 60. 000 Reservistinnen und Reservisten sind derzeit bereits „beordert“, also fest in die Strukturen der Bundeswehr eingebunden. Deutschland will mehr militärische Verantwortung in Europa tragenDie deutsche Reform soll auch im europäischen Kontext Wirkung zeigen. Viele EU-Staaten haben in den vergangenen Jahren reservistische Strukturen wieder gestärkt – nicht zuletzt im Angesicht des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Mit der Reform positioniert sich Deutschland im Einklang mit seinen Partnern, betont der Entwurf. Ziel sei, die Bundeswehr schlagkräftiger zu machen und zugleich die europäische Verteidigungsarchitektur zu stärken – ein Signal, dass Deutschland seiner Verantwortung in Europa gerecht werden will. (Quellen: Tagesschau, AFP, dpa)(nak)

Quelle: kurierverlag.de

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