Rüstung stützt Wirtschaft, Irankrieg lähmt sie: Ifo erwartet 0,8 % Wachstum - Oiger
Die hohen Sprit- und Strompreise setzen Deutschland weiter unter Druck. Sie sorgen für Teuerung und Kaufzurückhaltung. Themenbild: KI Gemini, Prompt: Heiko WeckbrodtForscher warnen: Wenn Deutschland das Ruder. . .

Die hohen Sprit- und Strompreise setzen Deutschland weiter unter Druck. Sie sorgen für Teuerung und Kaufzurückhaltung. Themenbild: KI Gemini, Prompt: Heiko WeckbrodtForscher warnen: Wenn Deutschland das Ruder nicht rumreißt, driftet es 2020er Jahre in eine lange StagnationMünchen, 18. 06. 26. Die deutsche Wirtschaft stagniert kurzzeitig noch einmal infolge des Irankrieges, wird aber dennoch in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 0,8 Prozent wachsen. Das haben Ifo-Ökonomen in München prognostiziert. In der Vergangenheit hatte das Institut seine Prognosen wiederholt herunterkorrigieren müssen. „Dann blieben die Energiepreise hoch und die konjunkturellen Bremsspuren fielen größer aus. “Ifo-Warnung vor einer Verlängerung des Irankrieges„Während ein massiver Energiepreisschock durch den Nahost-Konflikt die Konjunktur bremst, stützt eine stark expansive Finanzpolitik das Wachstum“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Die deutsche Wirtschaft werde vorübergehend stagnieren, nicht aber in eine Rezession fallen. „Ab dem dritten Quartal 2026 dürfte sich die Erholung wieder fortsetzen und zum Jahresende beschleunigen, sofern sich der Nahost-Konflikt tatsächlich entspannt. “ Es könne aber auch sein, dass das Abkommen vom Wochenende keinen Bestand hat und der Konflikt erneut eskaliert. „Dann blieben die Energiepreise hoch und die konjunkturellen Bremsspuren fielen größer aus. “Einst angeprangerte Eurokrise der Griechen lässt grüßenAllerdings erkaufe sich Deutschland die stützenden Impulse – nämlich die schuldenfinanzierten Großinvestitionen in Schienen, Straßen, Rüstung und Umweltschutz – auch teuer: Das Finanzierungsdefizit des Staates verschärfe sich von 2,8 Prozent im Jahr 2025 auf 4,1 Prozent 2026 und 4,9 Prozent 2027. Der Bruttoschuldenstand steige bis 2027 auf etwa 68 Prozent der Wirtschaftsleistung. Damit reißt Deutschland mittlerweile deutlich dieMaastricht-Kriterienfür die Mitgliedschaft im Euro-Raum. Zur Erinnerung: Diese Kriterien erlauben höchstens ein jährliches Haushaltsdefizit von 3 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und einen Schuldenstand von maximal 60 % des BIP. Noch 2009 war Deutschland während der sogenannten „Eurokrise“ hart mit Griechenland ins Gericht gegangen, weil die Hellenen bei den Maastricht-Kriterien geschummelt hatten. Wollmershäuser: Deutschland braucht tiefgreifender ReformenAuf lange Sicht rechnen die Ifo-Wirtschaftsforscher ohnehin damit, dass Deutschland in eine lange Stagnation hineindriftet, wenn die Regierung nicht endlich tiefgreifende Reformen realisiert. Laut den Forschern dämpfen der demografische Wandel und die schwache Produktivitätsentwicklung die möglichen Wachstumsraten „auf historisch niedrige 0,1 Prozent bis zum Ende des Jahrzehnts“. „Um das Wachstumspotenzial nachhaltig zu steigern, bedarf es tiefgreifender Reformen, die aus einer staatlich gestützten Atempause ein dauerhaftes, eigenständiges Wirtschaftswachstum machen“, fordert Wollmershäuser. Autor:Heiko WeckbrodtQuellen: Ifo, Bzfpb, BMFHeiko Weckbrodt[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption]Heiko Weckbrodtwar 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher"Innovationspolitik in der DDR 1971-1989"und„Punker, Umweltschützler und Pazifisten unerwünscht – Aktion „Semperoper“ProfileAutorenseite auf OigeraufFacebookaufX alias TwitteraufLinkedinaufYoutubeaufInstagramaufXingAutorenseite auf AmazonAutorenseite auf WikipediaKurzvita: • Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u. a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger