Sand aus der Sahara: Zunahme von Wüstenstaub belastet in Europa Gesundheit und Wirtschaft
In den letzten 150 Jahren hat sich die Menge an Saharastaub in Europa mehr als verdoppelt. Das hat Auswirkungen auf die Gesundheit und die Produktion von Strom. Quelle: DIE ZEIT, dpa,edd19. Juli 2026, 11:31. . .
In den letzten 150 Jahren hat sich die Menge an Saharastaub in Europa mehr als verdoppelt. Das hat Auswirkungen auf die Gesundheit und die Produktion von Strom. Quelle: DIE ZEIT, dpa,edd19. Juli 2026, 11:31 UhrAthen wurde 2024 in eine Staubwolke gehüllt, nachdem Südwinde Sand nach Europa gebracht hatten. © Angelos Tzortzinis/ AFP via Getty ImagesInEuropageht immer mehr Wüstenstaub aus Nordafrika nieder. »Das hat Folgen für die Gesundheit und die Solarstromproduktion«, schreiben Forscher des schweizerischen Paul Scherrer-Instituts (PSI) in der FachzeitschriftNature. Die Wüstenstaubmenge ist demnach in den vergangenen zehn Jahren um zehn bis 25 Prozent gestiegen. Weitere Daten zeigten zudem, dass sich die Belastung über die vergangenen 150 Jahre mehr als verdoppelt hat. Forscherinnen und Forscher hatten dafür Eis aus den Alpen untersucht. Klimawandel weitet WüstengebieteFür diesen Trend gibt es mehrere Ursachen: Zum einen dehnen sich Wüstengebiete wie dieSaharaim Zuge des Klimawandels aus. Zudem habe sich die atmosphärische Zirkulation geändert, heißt es in dem Bericht. Es gebe mehr starke Winde aus der Sahara-Region Richtung Europa. Dadurch würde es nicht mehr Stürme geben, jedoch würden einzelnen Stürme stärker und transportierten mehr Staub. Besonders betroffen ist Südeuropa. In Ländern wie Griechenland, Italien, Spanien und Portugal liegt die durchschnittliche Wüstenstaubkonzentration bei 5,3 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – mehr als doppelt so viel wie in Mittel- und Nordeuropa mit 2,1 Mikrogramm. Auswirkungen auf die StromversorgungDas hat mehrere Auswirkungen, etwa auf die Produktion von Strom durch Solaranlagen. Zum einen lagert sich der Staub auf Solarmodulen ab. Zum anderen kommt durch den Staub in der Luft nur noch ein Bruchteil des Sonnenlichts auf den Solarmodulen an. Beides mindert den Stromertrag. Energieversorger könnten mit Vorwarnung andere Kraftwerke hochfahren und die Netzstabilität so sichern. Gefahr für ältere MenschenZudem gefährdet der Sand die Gesundheit, vor allem bei Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen sowie älteren Menschen. Studien hätten gezeigt, dass an Tagen mit hoher Wüstenstaubkonzentration in der Luft mehr Menschen an Herzinfarkten und Atemproblemen sterben als sonst, schreiben die Wissenschaftler. Für langfristige Folgen wie Asthma, chronische Bronchitis oder Staublunge fehlten aber noch Langzeitstudien. Wer gesundheitlich vorbelastet ist, sollte an Tagen mit hoher Wüstenstaubbelastung möglichst in Innenräumen bleiben und körperliche Aktivitäten im Freien meiden. Man erkennt Wüstenstaub angelblich-trüber Luft, rötlichen Sonnenuntergängen und staubigem Belag, etwa auf Autos. Vorgeschlagen werden auch Warnsysteme, wie sie bereits für städtischen Feinstaub oder Pollenflug existieren.