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So schadet der niedrige Pegelstand der Donau Österreichs Wirtschaft

Die Donau ist ein wichtiger Transportweg für große und schwere Güter. Ihr Wasserstand ist derzeit jedoch so niedrig, dass österreichische Unternehmen nach teuren Umwegen suchen müssen.

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So schadet der niedrige Pegelstand der Donau Österreichs Wirtschaft

Es ist eine toxische Mischung, die für einen geringen Wasserstand der Donau sorgt. Im Winter kamen zu geringe Wassermengen durch Schneeschmelze zustande, seit Jahresbeginn gibt es wenig Niederschlag und die nach wie vor hohen Sommertemperaturen erhöhen die Verdunstung. An mehreren Pegeln des Flusses liegen die Wasserstände rund 50 Zentimeter unter dem sogenannten Regulierungsniederwasser, einem wichtigen Orientierungswert für die Schifffahrt. Reedereien und Schiffsführer entscheiden selbst, ob ihre Schiffe fahren können. Eine behördliche Sperre der Donau gibt es laut dem Wasserstraßenbetreiber Viadonau nicht. Die Situation stellt Unternehmen aber vor logistische Herausforderungen. Tonnenschwere IndustriegüterFür die heimische Industrie ist die Donau ein wichtiger Transportweg. Im vergangenen Jahr wurden rund sechs Millionen Tonnen an Gütern über sie verschifft. In etwa 2,4 Millionen davon aus Österreich hinaus, ungefähr die gleiche Menge als Import. in der Nähe von Bad Deutsch-Altenburg werden infolge geringer Wasserstände vereinzelt Sandbänke sichtbar. Reuters / Christian BrunaDie Voestalpine hat daher vergangene Woche angekündigt, ihre Warenströme von der Donau auf die Bahn zu verlegen. Konzernchef Herbert Eibensteiner betonte, dass es sich nur um eine kleine Menge der abgewickelten Waren handle und dadurch keine Mehrkosten entstünden. „Im September muss es dann aber schon einmal regnen, um die Donau wieder schiffbar zu machen“, sagt Eibensteiner. Mehr dazu150 Lkw ersetzen ein SchiffEin Umstieg auf andere Transportmittel sei allerdings nicht immer so einfach, sagt Helmut Habersack, Leiter des Instituts für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung an der Universität für Bodenkultur Wien. „Durch einen Wechsel auf Schiene oder Lkw steigt die Nachfrage in dem Bereich, was die Kosten erhöht. Zudem entstehen Verzögerungen, die Rückstaus verursachen und Lagerkapazitäten erfordern“, so Habersack zur „Presse“. Ein einziges Güterschiff transportiere das Äquivalent von 90 Eisenbahnwaggons oder 150 Lkw. Für die Voestalpine etwa ist die Donau eine wichtige Route, um Roherz und Koks zu bekommen und Stahlteile abzutransportieren. Der Wasserverkehr ist besonders für schwere und große Güter ein praktischer Transportweg, die nur in geringen Mengen über Autobahnen geführt werden können. Das betrifft unter anderem Bauteile für Windräder, Fahrzeuge, landwirtschaftliche Güter und Mineralölprodukte. Mehr dazuTransportweg mit PotenzialDer größte wirtschaftliche Schaden entstehe aber für die Schifffahrtsunternehmen, sagt Alexander Klacska, Spartenobmann für Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer. Für sie fordert er eine bessere finanzielle Absicherung in Form einer staatlich bezuschussten Niedrigwasserversicherung, ähnlich wie die Hagelversicherung. „Zum Großteil des Jahres ist die Donau ein zuverlässiger Transportweg“, sagt Klacska. 2007 wurden noch rund zehn Millionen Tonnen an Gütern über den Fluss verschifft, seither ist die Menge rückläufig. „Wir müssen das Vertrauen in die Donau zurückgewinnen. Die Schifffahrt ist ein ökologisches Transportmittel, das CO2-neutral gemacht werden kann. “Mit einem besseren länderübergreifenden Management könnte auch bei niedrigen Wasserständen mehr Material bewegt werden. Wenn es etwa zu Versandungen in anderen Ländern kommt, müssten Ausbaggerarbeiten schneller erfolgen. „Die Qualität ist hier nicht in allen Donau-Anrainerstaaten gleich gut. Ein europaweites Management könnte die Fahrrinne besser freihalten und Transportsicherheit gewährleisten. “Mehr dazuMassive Probleme am RheinExtremes Rhein-Niedrigwasser beim Thyssenkrupp Steel Stahlwerk in Duisburg-Marxloh. Imago / Jochen TackViel größere wirtschaftliche Probleme als der Donaupegel verursacht allerdings das Niedrigwasser des Rhein. Als zentrale Schlagader für den deutschen Güterverkehr wurden 2025 knapp 100 Millionen Tonnen an Waren über den Fluss transportiert. Mehrere Bundesländer haben daher das Sonntagsfahrverbot für Lkw auf Autobahnen ausgesetzt, um Alternativkapazitäten für betroffene Unternehmen zu schaffen. Das beste Mittel gegen Niedrigwasser wären umfangreiche Niederschläge. „Wir warten und hoffen auf den Regen“, sagt Klacska. Geringere Temperaturen könnten laut Helmut Habersack zudem dafür sorgen, dass zumindest die Verdunstung nicht mehr so stark weitergeht. Wie teuer der geringe Donaupegel für die heimische Wirtschaft insgesamt wird, hängt vom Wetter der kommenden Monate ab. Mehr dazu

Quelle: thefocus.news

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