Steirische Wirtschaft schlägt Alarm: Mehr als jedes zweite Unternehmen leidet
Die Stimmung in der steirischen Wirtschaft bleibt angespannt. Laut aktuellem Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer sehen mehr als die Hälfte der befragten Betriebe eine Verschlechterung ihrer Lage.

Die wirtschaftliche Erholung lässt in der Steiermark weiter auf sich warten. Für das aktuelle Wirtschaftsbarometer wurden 724 Unternehmer aus allen Regionen und Branchen befragt. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: 56,5 Prozent bewerten die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Monate negativ, lediglich 6,6 Prozent sprechen von einer Verbesserung. Hohe Kosten belasten die BetriebeBesonders stark setzen den Unternehmen laut Umfrage die steigenden Arbeits- und Energiekosten zu. 77,2 Prozent der Befragten sehen die Arbeitskosten als größtes Wettbewerbshemmnis. Dahinter folgen die Energiekosten (60,8 Prozent), Bürokratie und regulatorische Auflagen (55,4 Prozent), die allgemeine Unsicherheit (50,2 Prozent) sowie Steuern und Abgaben (47 Prozent). Auch der Fachkräftemangel bleibt trotz der schwierigen Wirtschaftslage ein Thema und beschäftigt rund vier von zehn Betrieben. WKO: „Die Zahlen sind alarmierend“WirtschaftskammerpräsidentJosef Herkspricht von einer wirtschaftlichen Situation auf sehr niedrigem Niveau. „Nach wie vor hat sich die Situation nicht gebessert. Wir haben eine Seitwärtsbewegung auf einem sehr, sehr tiefen Niveau. “ Die Hoffnungen auf einen deutlichen Aufschwung hätten sich zuletzt nicht erfüllt. Internationale Krisen und hohe Kosten würden die Unsicherheit zusätzlich verstärken. Viele Unternehmen reagieren derzeit mit großer Vorsicht. Vor allem bei Investitionen halten sich zahlreiche Betriebe zurück. Ein neuer Konjunktureinbruch sei zwar ausgeblieben, von einer nachhaltigen Erholung könne aber ebenfalls keine Rede sein. Das aktuelle Wirtschaftsbarometer zeigt unter anderem eine schwächere Auftragslage sowie sinkende Beschäftigungs- und Investitionsbereitschaft. Einzig das Preisniveau entwickelte sich weiter nach oben. Graz besonders pessimistischRegional betrachtet ist die Stimmung im Großraum Graz sowie in der Oststeiermark besonders angespannt. Vergleichsweise etwas optimistischer blicken Unternehmen in den Regionen Liezen sowie Murau-Murtal in die Zukunft, auch dort bleibt die Einschätzung jedoch insgesamt negativ. Die Wirtschaftskammer richtet deshalb einen klaren Appell an die Politik. Aus Sicht der Interessenvertretung braucht es rasch Maßnahmen, um Unternehmen zu entlasten. „Bitte nehmt diese Zahlen ernst“, fordert Josef Herk. Notwendig seien vor allem niedrigere Arbeitskosten, leistbare Energiepreise und ein spürbarer Abbau von Bürokratie. Ohne strukturelle Reformen werde es schwierig, die steirische Wirtschaft wieder auf einen nachhaltigen Wachstumskurs zu bringen.