„Volle Pulle“ Klimakrise: Rhein schrumpft wegen Wassermangel dramatisch – und die Wirtschaft steckt in der Klemme
StartseiteWirtschaftTrockenheit trifft Deutschland hart: Wälder brennen, Rhein schrumpft – und 2,4 Milliarden Euro Schaden drohenStand:11. 08. 2026, 15:37 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Wirtschaft bangt. . .

StartseiteWirtschaftTrockenheit trifft Deutschland hart: Wälder brennen, Rhein schrumpft – und 2,4 Milliarden Euro Schaden drohenStand:11. 08. 2026, 15:37 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Wirtschaft bangt um wichtige Transportwege. Doch über die Lösung wird hart debattiert – welche Kosten durch die Dürre drohen. München – DieDürre in Deutschlandhält weiter an – und das hat drastische Folgen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) registriert seit März zu wenig Regen. Greenpeace schlägt Alarm: Die Wälder leiden unter dem Wassermangel, trocknen aus und werden zunehmendanfällig für Brände. In einigen Gebieten sinkt auch das Grundwasser auf besorgniserregende Stände. DerSWRmeldet unter Berufung auf die Landesanstalt für Umwelt, dass rund die Hälfte der Grundwasserverhältnisse in Baden-Württemberg auf niedrigem Niveau sei. Ein Frachtschiff fährt bei niedrigem Wasserstand auf dem Rhein. Die Pegelstände am Rhein bewegen sich weiterhin auf historisch niedrigem Niveau. © Federico Gambarini/dpaAuch Deutschlands Flüsse spürendie anhaltende Trockenheit. Fotos vom Rhein, die seit einiger Zeit kursieren, zeigen den größten deutschen Fluss auf einem Bruchteil seiner normalen Breite. Die Folgen treffen nicht nur die Natur – auch die Industrie gerät unter Druck, denn der Rhein ist für viele Unternehmeneine unverzichtbare Transportroute. Rhein im Sinkflug – Wirtschaft wegen Dürrewelle in der Klemme„Güter müssen physisch transportiert werden, daran geht kein Weg vorbei“, erklärte Dirk Binding, zuständiger Bereichsleiter bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Angesichts der fallenden Pegelstände plädiert er dafür, die Binnenwasserstraßen besser auf Niedrigwasserphasen vorzubereiten. „Maßnahmen wie Fahrrinnenoptimierungen und ein modernes Sohlenmanagement sollten daher konsequent umgesetzt werden. Sie können erheblich dazu beitragen, den Schiffsverkehr auch in Niedrigwasserphasen länger aufrechtzuerhalten und dadurch die Folgen für die Wirtschaft zu verringern. “Martin Staats, Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt und Vorstand der Binnenschifffahrtsgenossenschaft MSG, sprach sich lautDeutschlandfunkebenfalls für eine Vertiefung der Fahrrinnen aus. Schon eine Vertiefung um 20 Zentimeter würde es erlauben, rund 200 Tonnen mehr Fracht zu transportieren. Oliver Krischer, NRW-Umweltminister, verlangt vom Bund Geld für den Ausbau der Fahrrinnen. „Die Klimakrise schlägt bei uns volle Pulle zu“, so Krischer imZDF. Die Folge seien „historisch niedrige Rheinwasserstände“, was die Schifffahrt und damit die Wirtschaft stark belaste. Ein generelles „Ausbaggern“ des Rheins kommt für ihn aber nicht infrage. Wo kein Wasser vorhanden sei, lasse es sich nicht herbeizaubern. An einzelnen Engpässen könne gezieltes Ausbaggern jedoch sinnvoll sein. Dürre in Deutschland: Ringen um die richtige StrategieWiderspruch kommt vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der von Flussvertiefungen wenig hält. „Im Hinblick auf eine Tieferlegung von Fahrrinnen in Flüssen besteht die Gefahr, dass diese einen noch schnelleren Wasserabfluss bewirken, anstatt das Wasser in der Fläche zu halten“, warnt Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer für Wasser und Abwasser. Weyand plädiert stattdessen dafür, sich gezielt auf künftige Extremwetterereignisse vorzubereiten. „Dazu braucht es mehr Versickerungsflächen, damit Regenwasser dezentral in den Boden sickern oder durch Pflanzen aufgenommen werden kann. Gleichzeitig müssen wir die weitere Versiegelung von Flächen begrenzen“, so Weyand. Allerdings seien dafür „erhebliche Investitionen“ erforderlich. „Neben einer gesicherten Finanzierung brauchen wir dafür eine deutliche Vereinfachung und Verkürzung der behördlichen Genehmigungsverfahren. “Investitionen in den Klimaschutz könnten Wirtschaft stärken – was die Zahlen sagenAuch Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mahnte imZDF, die wirtschaftlichen Risiken fallender Pegelstände nicht zu unterschätzen. Als Beispiel nannte sie die Dürre von 2018: Die Schäden für die Wirtschaft hätten sich damals auf rund 2,4 Milliarden Euro summiert. Für Konsumentinnen und Konsumenten machten sich solche Krisenüber höhere Preise bemerkbar. Das erfordere ein Umdenken darüber, was Klimaschutz koste – und was er einbringe. „Jeder Euro, den wir heute bezahlen für Klimaschutz, hat einen erheblichen Nutzen vom 1,8- bis sogar 4,8-Fachen“, so Kemfert. Eine umfassende Modernisierung bringe der gesamten Volkswirtschaft spürbare Vorteile, betonte sie. (Quellen: DWD, SWR, Greenpeace, Deutschlandfunk, DIW, BDEW, DIHK, ZDF)(nhi)