Wie aktive Standortpolitik die Wirtschaft schützt
Die Wirtschaft unterliegt einem stetigen Wandel. Wie schnell Betriebe vor neuen großen Herausforderungen stehen können, zeigen die Entwicklungen rund um das Lenzing-Werk in Heiligenkreuz. Die Politik sieht. . .

Die Wirtschaft unterliegt einem stetigen Wandel. Wie schnell Betriebe vor neuen großen Herausforderungen stehen können, zeigen die Entwicklungen rund um das Lenzing-Werk in Heiligenkreuz. Die Politik sieht sich ebenso gefordert. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat bereits angekündigt, alle „wirtschaftlich sinnvollen Möglichkeiten“ zur Unterstützung des Unternehmens prüfen zu lassen. Sowohl mit dem Mutterkonzern als auch mit dem Management in Heiligenkreuz sei das Land in enger Abstimmung. Aktuell Gespräche über Lenzing„Wir werden alle Kräfte mobilisieren, um eine Zukunftslösung für diesen Standort und die Mitarbeiter zu schaffen“, verspricht Doskozil. Für die Umsetzung werden derzeit alle Optionen, die eine nachhaltige und langfristige Perspektive ermöglichen, ausgelotet. Kommende Woche will sich der Landeshauptmann auch mit dem Betriebsratsvorsitzenden Philipp Perl und Bürgermeister Eduard Zach treffen. Das Ziel liegt klar auf der Hand: Arbeitsplätze sichern, industrielle Wertschöpfung erhalten und dem Unternehmen Zukunftsperspektiven geben. Absicherung des Standortes„In gewissen Situationen sind strategische Beteiligungen oder eine gezielte Unterstützung durch die öffentliche Hand wirtschaftlich vernünftig“, erklärt Doskozil. Schließlich gehe es um wichtige Arbeitsplätze in einer ganzen Region. „Das Burgenland hat schon in vielerlei Hinsicht Kompetenz bei der Begleitung von Restrukturierungen, Expansionen und Standortentwicklungen bewiesen“, sagt Wirtschaftsagentur-Geschäftsführer Johannes Stipsits. Mit der Ansiedlung und der Weiterentwicklung von Firmen wie Zoerkler, Austria Pet Food, Vossen oder Tool-Tec habe das Burgenland seine Position als leistungsfähiger Industrie- und Produktionsstandort kontinuierlich ausgebaut, wird betont. Effektiv unterstütztNur eines der vielen konkreten Beispiele: Die Lage rund um Sanochemia in Neufeld konnte mithilfe des Landes in einer turbulenten Phase ab 2019 stabilisiert werden, 120 Jobs wurden gesichert. Das Land hatte sich beteiligt und stieg 2023 mit einem Gewinn von knapp zwei Millionen € erfolgreich aus. Die Opposition hatte den kurzzeitigen Einstieg des Landes damals heftig kritisiert. Mittlerweile verfügt die Firma über fast 200 Mitarbeiter. Mit Lumitech in Jennersdorf wurde ein innovativer Technologiebetrieb durch eine strategische Unternehmensbeteiligung mittels ATHENA-Fonds unterstützt. „Damit gehen Investitionen in den Ausbau der Produktion und die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit am Standort Jennersdorf einher“, heißt es. Ähnlich verlief es bei der Aviation Academy Austria GmbH. Hilfe auf allen LinienEin weiteres Beispiel ist Fenz-Software in Pinkafeld. Das Land beteiligte sich ebenfalls über den ATHENA-Fonds gemeinsam mit anderen Gesellschaftern am Unternehmen. Mit seiner Spezialisierung auf digitale Warenwirtschaftslösungen entwickelte sich die Firma zum führenden Anbieter im DACH-Raum und konnte Anfang 2024 an die internationale Softwaregruppe Everfield übergeben werden. Doskozil: „Diese Beispiele zeigen: Aktive Standortpolitik wirkt. Wir werden diese positive, effektive Strategie beibehalten. “