Wirtschaft: Wende in Galeria-Krise – Warenhaus-Kette erhält Großkredit in dreistelliger Millionenhöhe
SaarlandSaar-WirtschaftWirtschaftWende in Galeria-Krise – Warenhaus-Kette erhält Großkredit in dreistelliger MillionenhöheDüsseldorf/Saarbrücken·Nach zähen Verhandlungen über mehrere Monate: Galeria soll. . .

SaarlandSaar-WirtschaftWirtschaftWende in Galeria-Krise – Warenhaus-Kette erhält Großkredit in dreistelliger MillionenhöheDüsseldorf/Saarbrücken·Nach zähen Verhandlungen über mehrere Monate: Galeria soll einen Kredit von 160 Millionen Euro bekommen. Allerdings ist dieser an schmerzhafte Umstrukturierungen geknüpft. 25. 06. 2026 , 17:55 UhrTraditionshaus Karstadt in Köln: Es gehört ebenso wie Kaufhof zu Galeria. Foto: Matthias Zimmermann (hgn)Update von Donnerstag, 25. Juni, 17. 55 Uhr:Seit April hatGaleriamit potenziellen Geldgebern über einen Großkredit verhandelt, um das Warenhaus-Geschäft zu retten. Jetzt scheint es einen Durchbruch zu geben. Darüber berichtet als erstes die Lebensmittel-Zeitung. Das bringt auch Erleichterung für die Beschäftigten der letzten Filiale imSaarland:KarstadtinSaarbrücken. Millionen-Kredit für Galeria an harte Spar- und Sanierungsauflagen gebundenDemnach sollen die angepeilten 160 Millionen Euro fließen. Damit soll die Sanierung des letzten deutschen Warenhaus-Konzerns gesichert werden. Die Geschäfte sollen mit dem Geld gesichert werden. Doch damit verbunden ist ein hartes Sanierungspaket. Mehr in KürzeErstmeldung von Donnerstag, 25. Juni, 13. 57 Uhr:Galeriakämpft anmehreren Fronten: offenbar ausstehende Mieten; Gehälter der Mitarbeiter, die bezahlt werden müssen;massive Umsatzeinbrüche; Schulden; Investoren, die Geld sehen wollen. Oder zumindest die Sicherheit haben wollen, dass ihr Darlehen nicht in endlose Löcher versickern. Doch jetzt scheint sich eine wichtige Lösung für die Warenhaus-Kette abzuzeichnen. Das würde auchKarstadtinSaarbrückenLuft verschaffen – der letzten Galeria-Filiale imSaarland. Medienbericht: Galeria-Hauptanteilseigner stimmt Finanzierungsplan zuDas geht aus einem Bericht der Lebensmittel-Zeitung hervor. So soll der Mehrheitseigner NRDC Equity Partners dem Finanzierungsplan für den Konzern zugestimmt haben. Im Gegenzug soll NRDC ein Millionenbetrag winken, der als Zugeständnis geringer als vorgesehen ausfällt. Allerdings gebe es noch eine Unwägbarkeit: Es fehle bislang die Zustimmung der Versicherung Zurich, heißt es in dem Bericht des Branchenblattes. Schon mehrfach habe Galeria angekündigt, bis Jahresmitte Geld aufzutreiben. Doch nach Recherchen der Lebensmittel-Zeitung seien bereits mehrere Termine verstrichen. Ein wichtiger Partner in diesem Zusammenhang: dieUS-Investmentgesellschaft Gordon Brothers. Sie stellte bereits einen Großkredit von 160 Millionen Euro in Aussicht. Doch dafür will das Unternehmen Gegenleistungen. Diese sollen der Galeria-Warenbestand sein, der als Sicherheit herhalten müsse. Trotz dieser Zusage habe es bislang weiteren Widerstand gegeben, die einen Abschluss verhinderten, heißt es weiter. Welche Einigungen auf den Weg gebracht worden sein sollenDie Online-Zeitung beruft sich dabei auf Insider. So habe Galeria-Hauptanteilseigner NRDC bisher mit dem in Aussicht gestellten Kredit selbst Einnahmen machen wollen. Der Betrag sei nun wesentlich niedriger, als anfänglich gefordert. Und dieser soll zusätzlich gestundet werden, das heißt: zu einem späteren Zeitpunkt ausgezahlt werden. Um wie viel es sich dabei konkret handelt, dazu gibt es keine Angaben. Außerdem soll Bain Capital eingelenkt haben. Der Finanzinvestor halte sechs Prozent an dem Warenhaus-Konzern mit Sitz in Düsseldorf. Er soll Galeria schon zuvor zwei Kredite von insgesamt 70 Millionen Euro gewährt haben. Der Einzelhändler stehe inklusive Zinsen mit 85 Millionen Euro in der Schuld von Bain Capital. Womöglich verzichte Bain Capital auf einen Teil der Summe, um Großanteilseigner NRDC zufriedenzustellen. Trotz teilweisen Rückzahlungsverzichts gehen Analysten davon aus, dass Bain Capital mit einem Plus aus dem Geschäft geht. Auch hier fehlen konkrete Angaben zur Summe. Woran es noch hängt, bis Großkredit fließen kannNach diesen Einigungen stehe jetzt noch das Ja von Zurich aus. Das Unternehmen ist für die Warenkreditversicherung zuständig. Das heißt: Diese schützt unter anderem Lieferanten vor Verlusten, wenn Galeria bestellte Waren nicht bezahlen kann. Hier müsse Zurich von der Höhe der Sicherheiten abrücken, damit dergeplante Großkreditwie vorgesehen fließen kann. Und dieser scheint bitternötig. Denn zuletzt hat Galeria versucht, den Umsatz übergroßzügige Rabattaktionenkräftig anzukurbeln. Zunächst bot der Warenhauskonzern „25 Prozent auf alles“, wenig später ging es sogar um 50 Prozent. Die Lebensmittel-Zeitung geht davon aus, dass damit die Gehälter der rund 12. 000 Beschäftigten an den 83 Standorten gesichert werden sollten. Gleichzeitig gebe es nach wie vor Mietschulden, wie einige Immobilienverwalter meldeten. Galeria besitzt keine Warenhäuser. Damit der nächste Druck: Neue Mietzahlungen stehen an. Galeria drohen nach drei Insolvenzen erneut massive EinschnitteDie Informationen wollten nach Angaben der Lebensmittel-Zeitung die beteiligten Investoren und Versicherer weder bestätigen noch dementieren. Ähnlich sieht es bei Galeria aus. Aus der Zentrale verweist die Pressestelle auf SZ-Anfrage wie schon in den Wochen davor auf laufende Verhandlungen. In einer Antwortmail an die Redaktion heißt es lediglich: „Das Management befindet sich derzeit in einem konstruktiven und vertraulichen Austausch mit den relevanten Stakeholdern. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihre Fragen darüber hinaus zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren möchten. “Bereits drei Insolvenzverfahren hat Galeria seit 2020 hinter sich gebracht. Der Fortbestand des Konzerns gelang unter anderem durch massive Einschnitte bei Filialen und Jobs. Bereits in den Jahren davor, als Kaufhof und Karstadt noch als eigenständige Warenhaus-Ketten nebeneinander existiert hatten, nahmen Mitarbeiter Einbußen beim Lohn hin, um das Unternehmen zu retten. Aber auch dies konnte nicht verhindern, dass Kaufhof in Saarbrücken und Neunkirchen geschlossen wurden. Jetzt drohen erneut erhebliche Kürzungen. Bis zur Hälfte aller Kaufhäuser könnten auf dem Spiel stehen, berichtete zuletzt die Bild-Zeitung. Dann, wennVerhandlungen über Mietnachlässenicht fruchten. Galeria selbst nannte zunächst acht Häuser, die gefährdet sind:München: RotkreuzplatzBerlin: Kurfürstendamm und HermannplatzKöln: Hohe Straße und Breite StraßeMannheimBraunschweigAschaffenburgDen ausführlichen Bericht zur Situation bei Galeriagibt eshier auf der Internetseitedes Branchenblattes (Bezahlschranke).