Experten schlagen Alarm: Amerikas Öl-Puffer schmilzt
Die USA haben Millionen Barrel aus ihren Notfallreserven freigegeben. Experten warnen nun vor deutlich geringerem Spielraum für die nächste Krise. Alarm aus den USA: Die Ölreserven des Landes sollen einen. . .
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Die USA haben Millionen Barrel aus ihren Notfallreserven freigegeben. Experten warnen nun vor deutlich geringerem Spielraum für die nächste Krise. Alarm aus den USA: Die Ölreserven des Landes sollen einen „kritischen Tiefstand“ erreicht haben. „Die strategische Reserve ist vielleicht noch eine oder zwei Wochen davon entfernt, ihren niedrigsten Stand seit 1983 zu erreichen“, sagt Patrick de Haan, Öl-Analyst von GasBuddy, zu „13 Wham ABC News“. Das Wichtigste in Kürze:Die Straße von Hormus ist immer noch blockiert. Dem Ölmarkt fehlen Rohstoffe. Die USA hatten darum viele Millionen Öl aus ihrer eisernen Reserve gezogen. Analysten sind deswegen besorgt. USA haben noch 357 Millionen Barrel in der ReserveDie USA gehören zu einer Reihe von Ländern, die nach Kriegsbeginn im Iran und derBlockade der wichtigen Straße von Hormusgrößere Bestände an Öl freigegeben haben. Weil die Blockade die Golfstaaten daran hindert, ihr Öl auf den Weltmarkt zu bringen, war die Gesamtmenge drastisch geschrumpft: Eine Freigabe von Reserven sollte den Markt entlasten und die vorher gestiegenen Preise senken. Insgesamt steht die Reserve der USA noch bei 357 Millionen Barrel – rund 60 Millionen Barrel weniger als noch vor dem Krieg. Ein Barrel entspricht 159 Litern. Das Öl ist in großen Salzkavernen an der Ostküste des Landes gelagert. Die noch vorhandene Menge klingt nach viel, jedoch gibt es eine entscheidende physische Begrenzung. Die Geologie der Höhlen erlaubt nur eine bestimmte Anzahl von Entnahme und Zuführung von Öl. Wenn dieses Limit erreicht ist, müssen die Kavernen erweitert werden. ANZEIGEUnterdurchschnittlich wenig ÖlAuch poblematisch an den großen Entnahmen: Sollte sich eine weitere Krise anbahnen, sind die USA in einer schwierigeren Situation als noch zuvor. „Es ist nicht absehbar,wie eine neue Krise aussehen könnte, aber die USA haben nicht mehr dieselben Möglichkeiten, um sich vor Versorgungsengpässen abzusichern wie vorher“, findet de Haan. Neben der Notfallreserve halten die USA allerdings noch viele Millionen Barrel Öl in regulären Beständen. Allerdings findet auch hier eine deutliche Abwärtsbewegung statt. „Die kommerziellen Rohölbestände der USA (ohne die der strategischen Erdölreserve) sind gegenüber der Vorwoche um 8,0 Millionen Barrel zurückgegangen“, berichtete die Energy Information Agency (EIA) Anfang Juni. „Mit 433,7 Millionen Barrel liegen die US-Rohölbestände etwa 3,0 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt für diese Jahreszeit. “Soll heißen: Die USA haben für den Sommer untypisch wenig Öl. Dasselbe gilt für Motorenbenzin. Hier sind die Bestände sogar fünf Prozent unter dem Fünfjahresschnitt. Größte Freigabe von Öl der GeschichteDeutschland hatte ebenfalls zu den Ländern gehört, die ihre Öl-Notfallreserven angezapft haben. Unter der Koordinierung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) hat die Bundesregierung 2,64 Millionen Tonnen freigegeben, was etwa 19,51 Millionen Barrel entspricht. Insgesamt wurde durch die IEA-Maßnahme eine Rohöl-Menge über 400 Millionen Barrel frei – die größte Freigabe in ihrer Geschichte. Sowohl Deutschland als auch die USA beziehen vergleichsweise wenig Öl aus dem Nahen Osten. Die Hormus-Sperre ist vielmehr darum gefährlich, weil die asiatischen Länder, die auf das Golf-Öl angewiesen sind, sich anderweitig nach dem wichtigen Rohstoff umsehen und dabei in verstärkte Konkurrenz zum Westen treten. Dasselbe gilt für Gas: Hier hatten internationale Medien von Fällen berichtet, bei denen China schon auf dem Weg nach Europa befindliche LNG-Ladungen aufgekauft hatte.